2007.12.07 Neuss : Alinghi schlägt grundlegende Regeländerungen vor

Der America's Cup könnte sich grundlegend ändern, wenn es nach den Plänen von Alinghi-Chef Ernesto Bertarelli geht. Der Schweizer strebt die Änderung der Stiftungsurkunde an, um die Zukunft des Events zu sichern.

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Ernesto Bertarelli

America's-Cup-Titelverteidiger Alinghi schlägt nach den Rechtstreitigkeiten mit dem US-Syndikat BMW ORACLE Racing neue Töne an. In Absprache mit dem die Amerikaner vertretenden Golden Gate Yacht Club (GGYC) könnten sogar die in der Stiftungsurkunde des Cups festgelegten Statuten überarbeitet werden, um die Zukunft der Veranstaltung über die 33. Auflage hinaus zu sichern.

"Man kann sagen, dass der 33. America's Cup alles andere als gut gestartet ist, und ich habe den Wunsch, das wieder in Ordnung zu bringen", erklärte Alinghi-Präsident Ernesto Bertarelli in einem Offenen Brief. Nach Ansicht des Schweizers wäre dieses Ziel am schnellsten zu erreichen, wenn man die Stiftungsurkunde gemeinsam mit dem GGYC und dem New York Yacht Club, wo das Schriftstück vor rund 150 Jahren verfasst worden war, überarbeiten und den heutigen Gegebenheiten anpassen würde.

Bertarelli stellt Status des Titelverteidigers in Frage

So stellt Bertarelli in Frage, ob der Titelverteidiger künftig automatisch für das kommende Cup-Duell gesetzt sein soll. Zudem regt der Alinghi-Boss an, Zeitplan, Austragungsort und Regeln künftig über mehrere Zyklen im voraus festzulegen, um Planung und Finanzierung der Teams zu erleichtern. Auch das Führungsgremium des Cups könne künftig eine permanente Institution sein, die in ihrer Zusammensetzung nicht mehr vom jeweiligen Sieger-Syndikat abhänge.

"Über das Wochenende habe ich mich lange mit ORACLE-Chef Larry Ellison unterhalten, um unseren Vorschlag zu erklären, und ich freue mich, dass er den Prinzipien in den vorgeschlagenen Änderungen sehr positiv gegenübersteht", sagte Bertarelli. Ob der 33. Cup 2009 gesegelt wird oder die bisherigen Verzögerungen die Verschiebung der Veranstaltung unumgänglich machen, ist aber weiterhin ungeklärt.