2007.12.07 Neuss : Doping-Verdacht gegen T-Mobile bei Tour 2006

Die Anzeichen für systematisches Doping im T-Mobile-Team während der Tour de France 2006 verdichten sich. Telekom-Sprecher Christian Frommert zeigte sich nicht überrascht.

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Das T-Mobile-Team

Die Anzeichen für systematisches Doping im T-Mobile-Team während der Tour de France 2006 verdichten sich. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung sollen mindestens fünf Fahrer des Bonner Rennstalls am Abend des Prologs am 1. Juli in der Freiburger Uniklinik mit Blutdoping behandelt worden sein. In der Untersuchungskommission der Universität sei von einem "Rhein-Konvoi" die Rede.

Bisher hatte lediglich Patrik Sinkewitz bei seinem Doping-Geständnis zugegeben, nach dem Prolog Eigenblut-Doping praktiziert zu haben. Dopingaufklärer Werner Franke, der in der Kommission sitzt, kommentierte den Vorgang so: "Jeder kann nachschauen, wer beim Einzelzeitfahren in Rennes vorne war."

Frommert hätte sich "mehr Aufklärung" durch Sinkewitz gewünscht

Telekom-Sprecher Christian Frommert zeigte sich nicht überrascht. Es sei ihnen bewusst geworden, sagte er, dass Sinkewitz nicht der einzige Blutdoper im Team gewesen sein konnte. Er hätte sich aber von Sinkewitz "mehr Aufklärung" gewünscht. Die Telekom war erst in der vergangenen Woche als Hauptsponsor aus dem Radsport mit sofortiger Wirkung ausgestiegen. Die Mannschaft von Teammanager Bob Stapleton fährt nun unter dem Namen High Road weiter.

Sinkewitz, der im Vorfeld der Tour 2007 positiv auf Testosteron getestet worden war, hatte vor dem Sportgericht des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) ein Geständnis über seine Doping-Vergangenheit abgelegt und dabei auch Details aus dem Jahr 2006 preisgegeben. Einen Tag vor dem Prolog der damaligen Frankreich-Rundfahrt war Teamkapitän Jan Ullrich wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes suspendiert worden.