2007.12.07 Neuss : Handball-Weltmeister testen in Schweden EM-Form

Im hohen Norden wollen die deutschen Handballer schon einmal EM-Luft für die kontinentale Meisterschaft im nächsten Jahr in Norwegen schnuppern. Heute und Sonntag tritt die DHB-Auswahl zu Testspielen in Schweden an.

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Heiner Brand testet sein Team in Schweden

Die deutschen Handballer wollen das goldene WM-Jahr in Schweden erfolgreich abschließen. In den letzten beiden Länderspielen wollen sich die Weltmeister in Schwung für den nächsten Höhepunkt bringen. Sechs Wochen vor der EM in Norwegen (17. bis 27. Januar) testet das Team von Bundestrainer Heiner Brand am heutigen Freitag (20.00 Uhr) und Sonntag (15.30 Uhr/jeweils live im DSF) mit zwei Partien bei Rekord-Europameister Schweden schon mal im hohen Norden.

Brand: "Wir wollen uns weiter einspielen"

"Wir wollen uns weiter einspielen. Hinterher wird jeder noch ein bisschen besser sehen, wo er steht", meint Heiner Brand, der am 15. Dezember 24 EM-Kandidaten benennen muss, aus denen sich dann der endgültige 16er-Kader ergibt. Zumindest ein Nationalspieler ist aber erstmal nur froh, in Schweden überhaupt dabeisein zu können.

"Genau auf diesen Moment habe ich die letzten Monate hingearbeitet", sagt Jens Tiedtke, der anderthalb Jahre nach seinem bislang letzten Länderspiel für den verletzten Kreisläufer Andrej Klimovets ins Team rückte. Den Triumph bei der Heim-WM im Januar erlebte er noch als Zuschauer, gerade einmal zwei Monate war es da her, dass Tiedtke in einer achtstündigen Operation ein gutartiger Gehirntumor entfernt worden war. 40 Länderspiele, als letztes ein Einsatz am 11. Juli 2006 gegen Spanien, standen bis dahin für Tiedtke zu Buche. Dass er nun, acht Monate nach seinem Comeback in der Bundesliga wieder Schwarz-Rot-Gold tragen darf, lässt Tiedtke strahlen: "Ich bin überglücklich, dass ich den Anschluss gefunden habe und sich diese Chance so überraschend aufgetan hat."

Erst in der Nacht zu Mittwoch stieß der 28-Jährige, der am Dienstag auch noch seinen Vertrag beim TV Großwallstadt um zwei Jahre bis 2010 verlängert hatte, in der Sportschule Kaiserau zur Mannschaft. Da war Andrej Klimovets schon abgereist. Der 33-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen laboriert an einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule. Er ist derzeit aber der einzige Stammspieler, um den Brand sich sorgen muss.

Die zuletzt kranken oder verletzten Michael Kraus, Florian Kehrmann (beide Lemgo) und Pascal Hens (Hamburg) sind in Skövde und Halmstadt ebenso dabei wie der Kieler Christian Zeitz. Der hatte nach einer Hüftoperation beim Supercup im Oktober noch gefehlt. Als einzige Akteure, die nicht in der deutschen WM-Mannschaft standen, sind in Schweden Junioren-Vizeweltmeister Martin Strobel (Balingen-Weilstetten) und Christian Schöne (Göppingen) dabei.

Der Gastgeber, der nach den verpassten Qualifikationen für die vergangenen Höhepunkte bei der EM endlich wieder ein großes Turnier in Angriff nimmt und gegen die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in bislang 88 Länderspielen 44 Mal gewonnen hat, muss auf seine Spanien-Legionäre verzichten. Nationaltrainer Ingemar Linnell und sein Assistent Ola Lindgren (HSG Nordhorn) können aber auf die Bundesliga-Legionäre Dan Beutler (Flensburg) und Per Sandström (Hamburg) im Tor sowie die Kieler Kim Andersson und Henrik Lundström im Feld zurückgreifen.