2007.12.10 Neuss : Jones werden Medaillen von Sydney weggenommen

Nach ihrem Dopinggeständnis vom 5. Oktober sind Marion Jones ihre 2000 in Sydney gewonnenen drei Gold- und zwei Bronzemedaillen aberkannt worden. Eine Entscheidung über eventuelle Neuvergaben wurde vom IOC vertagt.

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Marion Jones werden fünf Medaillen aberkannt

Marion Jones werden ihre 2000 in Sydney gewonnenen drei olympischen Gold- und zwei Bronzemedaillen wegen Dopings aberkannt. Eine Entscheidung über eventuelle Neuvergaben der Medaillen wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) indes vertagt. Ebenfalls verschoben werden soll der Beschluss über eine mögliche Disqualifikation der mit Jones angetretenen USA-Staffeln über 4x400 m (Gold) und 4x100 m (Bronze).

Einen entsprechenden Antrag legte Disziplinarkommission unter IOC-Vize Thomas Bach am Montag zu Beginn der Exekutivsitzung in Lausanne vor, wie der Schweizer Denis Oswald als Mitglied der Kommission bestätigte.

Disqualifikation der Staffeln wahrscheinlich

Die US-Leichtathletin hatte am 5. Oktober gestanden, seit Anfang September 2000 gedopt zu haben. Die 32-Jährige war vom Weltverband IAAF am 23. November für zwei Jahre gesperrt worden, hatte aber schon zuvor ihren Rücktritt erklärt.

Vor einer Neuvergabe der Medaillen soll abgewartet werden, ob weitere Athletinnen in den Balco-Skandal in den USA verwickelt waren. Besondere Vorbehalte gibt es in der IOC-Führung gegen die Ausrufung von Ekaterini Thanou zur Olympiasiegerin. Die Griechin, die in Sydney über 100m Platz zwei hinter Jones belegt hatte, war wegen Verweigerung einer Dopingprobe von den Spielen 2004 in Athen ausgeschlossen worden.

Die als wahrscheinlich geltende Disqualifikation der beiden US-Staffeln wird aus juristischen Gründen vertagt. Sie kann erst erfolgen, wenn die betroffenen sechs anderen Staffelläuferinnen von der Disziplinarkommission angehört wurden oder zumindest die Gelegenheit dazu erhielten. Dies war aus Termingründen bisher noch nicht der Fall.