2007.12.11 Neuss : Alonso und Briatore heizen Titelkampf an

Flavio Briatore will mit Rückkehrer Fernando Alonso die Formel 1 in der neuen Saison aufmischen: "Wir wollen 2008 wieder Rennen gewinnen. Alonso ist die Nummer eins, gemeinsam mit Michael Schumacher auf einer Stufe."

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Renault-Teamchef Flavio Briatore

Noch hat die Formel 1 Pause, aber die jüngste Personalie in der Motorsport-"Königsklasse" sorgt für Aufsehen: Nach seiner Rückkehr zu Renault ist der zweimalige Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso finanziell in der Liga eines Michael Schumacher angekommen und will sportlich zum großen Schlag ausholen. "Wir haben unsere technische Struktur verstärkt, das Budget um 30 Millionen Euro vergrößert und Alonso engagiert, um 2008 wieder Rennen zu gewinnen", heizte Teamchef Flavio Briatore in der Gazzetta dello Sport den Titelkampf an.

"Alonso ist die Nummer eins"

Der 57 Jahre alte Italiener setzte sogar noch einen drauf: "Alonso ist die Nummer eins, gemeinsam mit Michael Schumacher auf einer Stufe. Er macht sogar noch weniger Fehler als Michael. Als wir getrennt waren, hat keiner von uns gewonnen." Man hoffe, nun die alten Erfolge wiederholen zu können. 2005 und 2006 wurde Alonso Weltmeister mit Renault, ehe er zu McLaren-Mercedes abwanderte.

In einer Hinsicht ist der Asturier aus Oviedo bereits jetzt schon top: Mit dem kolportierten Jahresgehalt von rund 30 Millionen Euro katapultierte sich Alonso auf die Pole Position vor dem aktuellen Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) und erreicht nahezu Schumachers Niveau bei Ferrari (35 Millionen Euro), bis dieser Ende 2006 seine Karriere beendete.

Nach Alonsos Heimkehr zu den Franzosen sitzen die drei Topfahrer der abgelaufenen Saison nun in unterschiedlichen Autos. Der Spanier will als unangefochtene Nummer eins bei Renault seinem Erzrivalen Lewis Hamilton (Großbritannien) und Weltmeister Räikkönen wieder den Rang ablaufen.

Ob Alonso die in der vergangenen Saison auf Platz vier abgerutschten Franzosen wieder zurück an die Spitze bringen kann, ist allerdings fraglich. Der 26-Jährige, der sich bei den Silberpfeilen von McLaren-Chef Ron Dennis nicht ausreichend gewürdigt sah und nach nur einem Jahr die Flucht zurück zu seinem Ziehvater Briatore antrat, gibt sich bezüglich des Renault-Potenzials naturgemäß zuversichtlich: "Ich bin mir sicher, dass sie ein schnelles und konkurrenzfähiges Auto bauen können und 2008 wieder an der Spitze sind."

Im Kampf der Giganten wollen die deutschen Spitzenkräfte Nick Heidfeld (Mönchengladbach) und Nico Rosberg (Wiesbaden) zum Zünglein an der Waage werden. Wie Heidfeld, der bei BMW-Sauber die halbe Sekunde Rückstand auf Rot und Silber mindestens zur Hälfte wettmachen soll, hat sich auch Rosberg nach seiner Vertragsverlängerung bis 2010 bei Williams viel vorgenommen.

Noch nicht besetzt ist in den Spitzenteams noch das Cockpit im von Alonso verlassenen zweiten Silberpfeil. Als heißeste Kandidaten für den Platz neben Hamilton gelten der spanische Testpilot Pedro de la Rosa und der Finne Heikki Kovalainen, der bei Renault weichen musste. "Die Würfel sind noch nicht gefallen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug der Bild-Zeitung. Kovalainen gilt angeblich auch als möglicher Ersatz für Jarno Trulli bei Toyota, obwohl die Japaner mit dem Italiener einen Vertrag bis 2009 haben. Ganz sicher sitzt dort aber Timo Glock aus Wersau 2008 am Steuer, genauso wie der Heppenheimer Sebastian Vettel bei Toro Rosso.

Fisichella sucht neues Cockpit

Da bei Renault neben Alonso der 21 Jahre alte Brasilianer Nelson Pique junior, Sohn des dreimaligen Weltmeisters Nelson Piquet, vom Test- und Ersatzfahrer zum zweiten Stammpiloten aufgestiegen ist, muss sich auch Giancarlo Fisichella um einen neuen Platz bemühen.

Der Italiener hofft neben dem fünften deutschen Stammfahrer, Adrian Sutil aus Gräfelfing, im Spyker-Nachfolgeteam Force India unterzukommen, für das er in der vergangenen Woche im spanischen Jerez überzeugende Testfahrten absolvierte. Für das Sutil-Team gilt aber der Österreicher Christian Klien als erste Wahl. Auch Ralf Schumacher (Kerpen) hatte in Jerez für Force India getestet, dürfte nach Lage der Dinge aber aus der Königsklasse aussteigen.

McLaren-Mercedes und Force India sind nach derzeitigem Stand die einzigen beiden Teams, die offiziell noch ein Cockpit zur Verfügung haben. Neben Toyota wird aber auch bei Super-Aguri noch über die Besetzung spekuliert. Der Brite Anthony Davidson ist noch nicht für 2008 als Fahrer bestätigt.