2007.12.11 Neuss : Beckenbauer fordert Weckruf

Nachdem Oliver Kahn die Stars beim FC Bayern kritisiert hat, schaltet sich nun auch Franz Beckenbauer in die Diskussion ein. Er nimmt die Mannschaft in die Pflicht und erkennt eine "Abnutzung" bei Trainer Hitzfeld.

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Beckenbauer übt Kritik an seinen Stars

Einen Tag nach Kapitän Oliver Kahn hat sich nun auch Präsident Franz Beckenbauer zu Wort gemeldet. Der "Kaiser" übte Kritik an den Stars von Rekordmeister Bayern München und hat indirekt Trainer Ottmar Hitzfeld aufgefordert, die Mannschaft härter anzupacken. "Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft einen ordentlichen Weckruf braucht. Der Trott der vergangenen Spiele darf nicht zur Gewohnheit werden. Das Potential ist da. Warum wird es wenig abgerufen?", schrieb der "Kaiser" in seiner Bild-Kolumne.

"Kaiser" erkennt bei Hitzfeld erste Abnutzungserscheinungen

Bei Hitzfeld will Beckenbauer angesichts der aktuellen Krise schon wieder erste Abnutzungserscheinungen erkannt haben. "Eines habe ich festgestellt: Ottmar Hitzfeld steht der Frust der letzten Zeit ins Gesicht geschrieben. Ich kenne keinen Menschen, bei dem man den Gefühlszustand so ablesen kann. Ob er in der kommenden Saison bleibt oder nicht, wird er mit dem Vorstand in der Winterpause klären."

Hitzfeld, der in der Schweiz Nationaltrainer werden soll, hatte beim Weihnachtsbesuch eines Fanklubs jedoch ein klares Bekenntnis zum FC Bayern abgegeben. Dies sei der beste Verein der Welt, "ich habe keine Ambitionen zu gehen". Vom Schweizer Verband verlautete allerdings, Hitzfeld werde demnächst zu Gesprächen erwartet.

Beckenbauer: "FC Bayern mitten im grauen Alltag"

Den FC Bayern sieht Beckenbauer trotz der Tabellenführung in der Liga "mitten im grauen Alltag. Der Zauber der "Unschlagbaren" ist verflogen. Wohin, weiß ich leider auch nicht."

Mit einem "klaren Nein" beantwortete er jedoch die Frage, ob das derzeitige Tief am enormen Druck beim Rekordmeister liegen würde: "Das müssen die Profis beim FC Bayern verkraften. Wo kriegen sie Druck? Sie müssen ja nur die Spiele gewinnen." Auch die Spekulationen um die Zukunft von Hitzfeld will der Bayern-Präsident nicht als Ausrede gelten lassen: "Das Schicksal des Trainers belastet keinen Fußballer so sehr, dass er nicht mehr das Tor trifft."

Hoeneß: "Wir geben Lukas auf keinen Fall ab"

Indes hat Manager Uli Hoeneß die andauernden Spekulationen um Nationalspieler Lukas Podolski erst einmal beendet. "Die anderen können ihre Bemühungen einstellen. Wir geben Lukas auf keinen Fall ab." Zuletzt hatten offenbar Stuttgart, Dortmund, Schalke und Bremen Interesse am 22 Jahre alten Stürmer gezeigt, der in München nur mehr Bankdrücker ist. Beim wechselwilligen Willy Sagnol hat Hoeneß laut Münchner tz zudem "Hoffnung, ihn überzeugen zu können, dass er bleibt."

Trotz aller Probleme ist sich Kahn sicher, "dass wir wieder in die Erfolgsspur zurückfinden und einigermaßen souverän deutscher Meister werden", wie er in Blickpunkt Sport erklärte. Allerdings müssten "auch unsere Neuzugänge erst lernen, was es heißt beim FC Bayern zu spielen".