2007.12.11 Neuss : Liverpool in Marseille zum Siegen verdammt

Beim FC Liverpool wird von Teammanager Rafael Benitez heute in der abschließenden Partie der Champions-League-Gruppenphase in Marseille ein Sieg erwartet. Real Madrid braucht noch einen Zähler gegen Lazio Rom.

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Liverpool-Coach Rafael Benitez

Für Rafael Benitez gibt es bei Englands Rekordmeister FC Liverpool in der Champions League nur eine Marschroute: "Seit ich hier bin, haben wir sieben Finals gespielt. Davon haben wir vier gewonnen. Ich denke gar nicht ans Verlieren, denn wir werden siegen", sagte der Teammanager vor dem heutigen abschließenden Spiel in der Gruppe C bei Olympique Marseille (20.45 Uhr/live bei Premiere).

An Spannung ist die Gruppe A ohnehin kaum zu überbieten. Porto empfängt Besiktas Istanbul und zieht mit einem Remis sicher in die Runde der letzten 16 ein. Sollte jedoch Besiktas ein Auswärtssieg gelingen, stünden die Türken im Achtelfinale. Derweil ist der Sieger der Partie Marseille gegen Liverpool definitiv qualifiziert, bei einem Remis müsste unterdessen der Rechenschieber herhalten. Bei einem Unentschieden wäre Marseille weiter, außer Besiktas gelänge ein Erfolg in Porto, dann wären die Reds in der K.o.-Runde.

"Sun" handelt Klinsmann als Benitez-Nachfolger

Liverpool-Kapitän Steven Gerrard empfindet es als großes Glück, dass sein Team vor dem letzten Gruppenspiel überhaupt noch Chancen auf das Achtelfinale hat. "Wenn mir jemand fünf Minuten nach der Niederlage gegen Marseille an der Anfield Road erzählt hätte, dass wir mit einem Sieg im abschließenden Spiel sicher weiter sind, ich hätte ihm für dieses Angebot die Hand abgebissen", sagte Gerrard, der alles daran setzen will, dass die "Reds" wie in der vergangenen Saison das Finale in der "Königsklasse" erreichen: "Wir haben diese Qualität."

Bei einem vorzeitigen Ausscheiden sind die Tage von Benitez an der Anfield Road nach übereinstimmenden englischen Medienberichten allerdings gezählt. Wie die "Sun" am Montag berichtete, sollen die bei den Fans ungeliebten amerikanischen Klubbesitzer Tom Hicks und George Gillett bereits ihre Fühler nach Jürgen Klinsmann ausgestreckt haben.

Weitaus gelassener als Benitez geht der deutsche Trainer Bernd Schuster in das abschließende Spiel der Werder-Gruppe C gegen Lazio Rom. Mit einem Remis hätte das zuletzt überzeugende "weiße Ballett" die Gruppenphase zum elften Mal in Folge überstanden. Selbst eine Niederlage gegen Lazio mit weniger als zwei Toren Differenz würde den "Königlichen" genügen.

Lazio glaubt an ein Wunder

Trotz der unglücklichen Ausgangslage wollen sich die Römer aber nicht kampflos geschlagen geben und träumen von einer Sensation im Bernabeau-Stadion. "Wir brauchen in Madrid ein Wunder, aber ich glaube an Wunder", erklärte Lazio-Coach Delio Rossi und fügte hinzu: "In Madrid muss uns etwas Besonderes gelingen. Aber wir spielen 11 gegen 11 und haben nichts zu verlieren."

Während die Gruppe D mit dem AC Mailand aufgrund der Teilnahme des Titelverteidigers an der Klub-WM in Japan bereits vor einer Woche abgeschlossen wurde, kämpfen Bundesligist Schalke 04 und Rosenborg Trondheim in der Gruppe B im direkten Duell um den Achtelfinal-Einzug. Bei einem Sieg wäre Schalke weiter, ein Remis würde Trondheim genügen. Valencia hat als Tabellenschlusslicht nur noch die Chance auf den UEFA-Cup, während Chelsea bereits als Gruppensieger feststeht.