2007.12.12 Neuss : BDR-Trio um Bremer setzt sich zur Wehr

Per eidesstattlicher Erklärung haben BDR-Sportdirektor Burckhard Bremer sowie die beiden BDR-Ärzte York Olaf Schumacher und Roland Kretsch die Anschuldigungen der Doping-Mitwisserschaft durch Peter Weibel zurückgewiesen.

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BDR-Sportdirektor Bremer geht in die Offensive

Burckhard Bremer, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), sowie die BDR-Ärzte York Olaf Schumacher und Roland Kretsch haben in eidesstattlichen Erklärungen die Anschuldigungen der Doping-Mitwisserschaft durch den früheren BDR-Trainer Peter Weibel zurückgewiesen. Dies teilte der BDR am Mittwoch mit, nachdem er die entsprechenden Erklärungen ausgewertet hat. Bremer erwägt laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) rechtliche Schritte.

Weibel hatte behauptet, das Trio habe von den Doping-Praktiken des damaligen Team-Telekom-Fahrers Patrik Sinkewitz bei der WM 2000 im französischen Plouay gewusst und diese sogar unterstützt. Weibel hatte in einer dem BDR ebenfalls vorliegenden anwaltlichen Stellungnahme erklärt, er habe den Verband damals über den Vorgang informiert. Dabei soll laut FAZ explizit der Name Bremer gefallen sein.

Scharping kündigt persönliche Gespräche an

Sinkewitz hatte in Plouay einen auffällig hohen Hämatokritwert (52-54), was auf einen Epo-Missbrauch hindeuten könnte. Sinkewitz hat inzwischen gestanden, bereits damals Blutdoping betrieben zu haben. Darüber habe er auch vor Ort Peter Weibel informiert. Dieser soll sich mit den Verbandsärzten Schumacher und Kretsch in Verbindung gesetzt haben, um den kritischen Wert zu senken. Dabei sollen auch doping-maskierende Plasmaexpander eingesetzt worden sein, die bereits auf der Verbotsliste standen.

Damit hätten die Mediziner ebenfalls zu unerlaubten Methoden gegriffen. Bremer weist diese Darstellung ebenso zurück wie Schumacher und Kretsch. Sinkewitz wurde in Plouay vorzeitig nach Hause geschickt. BDR-Präsident Rudolf Scharping kündigte in der FAZ persönliche Gespräche mit allen Beteiligten an.