2007.12.13 Neuss : Schäfer und Lagen-Staffel mit Gold bei Kurzbahn-EM

Erste Goldmedaillen für den DSV: Janne Schäfer hat bei der Kurzbahn-EM in Debrecen Gold über 50m Brust geholt und ihren eigenen deutschen Rekord unterboten. Auch die Lagen-Staffel der Männer war nicht zu schlagen.

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Erfolgreich: Janne Schaefer

Die Wolfsburgerin Janne Schäfer hat bei der Kurzbahn-EM der Schwimmer zum dritten Mal in Folge Gold über 50m Brust gewonnen. Im ungarischen Debrecen siegte die Wolfsburgerin über 50m Brust in 30,33 Sekunden zeitgleich mit der erst 15 Jahre alten Russin Julia Efimowa, unterbot dabei ihren eigenen deutschen Rekord um drei Hundertstel und holte sich zum dritten Mal hintereinander den Titel. Im selben Rennen gewann Sarah Poewe aus Wuppertal mit 47 Hundertstel Rückstand Bronze. Den goldenen Auftakt für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) machte die Lagen-Staffel der Männer perfekt.

Insgesamt sammelten die deutschen Schwimmer in Ungarn am ersten Wettkampftag gleich fünf Medaillen ein: Neben Schäfer schafften dabei auch Thomas Rupprath (Rostock), Markus Deibler (Biberach), Johannes Dietrich (Berlin) und Steffen Deibler (Biberach) nach 4x50 m in 1:34,39 Minuten den Sprung auf das oberste Podest.

Biedermann verpasst Gold, Mehlhorn holt Bronze

Nur um vier Hundertstel an Gold vorbei schwamm Paul Biedermann über 400m Freistil. Der 21-Jährige aus Halle/Saale musste sich in 3:38,76 Minuten erst im Schlussspurt dem Polen Pawel Korzeniowski (3:38,72) geschlagen geben.

Bronze steuerte Annika Mehlhorn (Baunatal) über 200m Schmetterling zur deutschen Medaillensammlung bei. Sie schlug in 2:06,53 Minuten an, hatte dabei aber gehörigen Rückstand auf Olympiasiegerin Otylia Jedrzejczak, die in 2:03,53 Minuten mit Weltrekord zu Gold schwamm. Den zweiten Weltrekord des Tages knackte der Ungar Laszlo Cseh zur Freude seiner Landsleute bei seinem Erfolg über 200m Lagen in 1:52,99.

Janne Schäfer musste diesmal einige Zeit warten, ehe ihr erneuter Sieg endgültig feststand und Ergebnis offiziell war. "Es ist völlig egal, dass ich den ersten Platz teilen muss. Sie ist ein großes Talent - und ich habe nicht nur meinen dritten Titel, sondern auch noch deutschen Rekord", meinte Schäfer.

Strahlend nahm Paul Biedermann seine Silbermedaille entgegen: "Das ist der größte Erfolg meiner Karriere. Die EM ist sehr wichtig für mich, um mich in die richtige olympische Stimmung zu bringen", meinte Biedermann. Acht Monate vor Beginn der Sommerspiele in Peking lag er fast das gesamte Rennen über in Front und hatte erst im Anschlag das Nachsehen. "Ich dachte, die letzten 50 Meter gehören auch mir", so Biedermann.

Helge Meeuw abgeschlagen

Eine Enttäuschung erlebte dagegen Helge Meeuw: Der Frankfurter verpasste über 200m Rücken als Siebter in 1:55,05 Minuten eine Medaille und war gegen Goldgewinner Markus Rogan aus Österreich, der in 1:49,86 Europarekord schwamm, völlig chancenlos. Die erhoffte Medaille verpasste auch der deutsche Rekordmann Steffen Deibler (Biberach), der über 50m Freistil in 21,83 Fünfter wurder.

Die DLV-Athleten, die in den vergangenen Wochen schon beim Weltcup in Berlin sowie der DM in Essen mit deutschen Rekorden in Serie überzeugt hatten, stellen seit sechs Jahren im 25-m-Becken das beste Team Europas, 2006 in Helsinki gab es sechsmal Gold und insgesamt 15 Medaillen.

Auch Langbahn-Weltrekordlerin Britta Steffen startete erfolgreich in die Titelkämpfe. Die Berlin schwamm über ihre Paradestrecke 100m Freistil als Vorlaufbeste (52,96) ins Finale am Freitag und hielt dabei auch Europarekordlerin Marleen Veldhuis aus den Niederlanden (53,09) in Schach. Beste Medaillenchancen hat am zweiten Wettkampftag auch Kurzbahn-Weltmeisterin Janine Pietsch (Ingolstadt) über 100m Rücken im Duell mit Frankreichs Superstar Laure Manaudou.