2007.12.17 Neuss : Seeberger unterschreibt in Aachen bis 2009

Am Montag hat Alemannia Aachen den neuen Trainer Jürgen Seeberger der Öffentlichkeit präsentiert. Der 42-Jährige unterschrieb beim Zweitligisten einen Vertrag bis 2009.

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Jürgen Seeberger unterschreibt in Aachen

Die Tinte ist trocken, der Vertrag fix: Jürgen Seeberger hat am Montag bei Zweitligist Alemannia Aachen bis zum 30. Juni 2009 unterschrieben. Der 42-Jährige, der bisher ausschließlich in der Schweiz tätig war, wurde am Montag offiziell beim Bundesliga-Absteiger vorgestellt. Seeberger tritt beim Tabellenelften die Nachfolge des vor drei Wochen entlassenen Guido Buchwald an. Seinen Dienst wird der neue Alemannia-Coach am 2. Januar 2008 zum Start der Vorbereitung auf die Rückrunde aufnehmen.

"Ich bin meinem Bauch gefolgt"

"Ich bin bei der Entscheidung wieder meinem Bauch gefolgt. Damit habe ich in der Vergangenheit, wie im Fall Dieter Hecking, immer gut gelegen", sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke, der die Alemannia interimsmäßig in den letzten drei Spielen (zwei Niederlagen, ein Remis) erfolglos betreut hatte, bei der Vorstellung des gebürtigen Konstanzers auf einer Pressekonferenz am Montagmittag. Seeberger wird keinen Co-Trainer mitbringen, somit wird der bisherige Assistent Jörg Jakobs seine Tätigkeit fortsetzen.

"Die zweite Liga in Deutschland ist eine Top-Liga. Der Verein ist gut aufgestellt. Im Winter bekommt man in der Regel nur Angebote von Klubs, die viel schlechter dastehen. In meiner Karriere habe ich mich immer von unten nach oben hochgearbeitet", sagte Seeberger, während Schmadtke das kurzfristige Ziel fomulierte: "In der Tabelle möglichst schnell den Abstand nach unten vergrößern."

Die Verpflichtung von Seeberger war keine Überraschung. Schon seit einigen Monaten sollen Kontakte bestanden haben. Der im März in Schaffhausen entlassene Coach stand bereits als Nachfolger von Michael Frontzeck auf der Aachener Favoritenliste. Doch letztendlich entschied sich die Klubführung im Sommer für den populäreren Weltmeister von 1990, Buchwald. Grund für dessen Trennung nach nur 167 Tagen sollen unter anderem erhebliche Differenzen mit dem "allmächtigen" Schmadtke gewesen sein.

Seeberger, der dritte Trainer am Tivoli seit sich Hecking unmittelbar nach dem Bundesliga-Aufstieg im September 2006 in Richtung Hannover 96 verabschiedete, hatte die Aachener schon in den letzten drei Punktspielen unter Schmadtke und zuletzt auch beim 0:0 am vergangenen Freitag beim TuS Koblenz beobachtet.

Verfechter von Disziplin und Konzept-Fußball

Noch ist nicht klar, ob und in welcher Form die Alemannia personell nachrüsten wird. Daheim in der Schweiz will der neue Coach die Mannschaft in den nächsten Tagen per Video genauestens studieren. Seeberger, der in Nordhausen am Rheinfall lebt, ist ein Verfechter von Disziplin und Konzept-Fußball, der akribisch arbeitet und es als exzellenter Motivator versteht, auch schwächere Teams konkurrenzfähig zu machen.

Der gelernte Versicherungskaufmann war in seiner aktiven Laufbahn als Amateurspieler bei Vereinen wie dem FC Konstanz, SC Berg, FC Stäfa oder FC Seefeld-Zürich im Einsatz. Einen Namen machte er sich jedoch erst als Coach. Nach dem SC Kriens (1999 bis 2000) betreute er anschließend bis zum März dieses Jahres den FC Schaffhausen. Dort gelang der steile Aufstieg von der 1. Liga über die Nati B bis zur Super League. In der Schweiz gilt er neben Christian Gross, Hanspeter Latour und Lucien Favre (jetzt Hertha BSC Berlin) als populärster Trainer.