2007.12.22 Neuss : Neuner und Hambüchen "Traumpaar" des Sports

Deutschlands Sportler des Jahres 2007 heißen Magdalena Neuner und Fabian Hambüchen. Die Biathletin und der Turner sind das neue "Traumpaar" des deutschen Sports. Beste Mannschaft wurde die Handball-Weltmeister.

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Magdalena Neuner ist die Sportlerin des Jahres

Dreifach-Weltmeisterin Magdalena Neuner (Wallgau) und Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen (Niedergirmes) sind das neue Traumpaar des deutschen Sports. Sie wurden am Samstagabend vor gut 700 Gästen im Kurhaus von Baden-Baden und Millionen an den ZDF-Bildschirmen zu Deutschlands Sportler des Jahres 2007 gekürt. Bei den Mannschaften triumphierte das Weltmeister-Team der Handballer.

Bei der 61. Wahl unter Regie der Internationalen Sportkorrespondenz (ISK) machten mehr als 1000 Sportjournalisten Fabian Hambüchen zum souveränsten aller Sieger. Der Hesse siegte als Nachfolger des dreifachen Biathlon-Olympiasiegers Michael Greis mit 4575 Punkten haushoch und erreichte fast die dreifache Punktzahl des Zweiten. Dieser war überraschend der dreifache Düsseldorfer Tischtennis-Europameister Timo Boll (1614) vor Basketball-Star Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks (1530). Hambüchen ist zugleich der zweite Turner, der bei der 1957 erstmals durchgeführten Wahl auf Platz eins landete. 1974 hatte auch Eberhard Gienger als Reck-Weltmeister gesiegt. Als bester Fußballer landete Mario Gomez (VfB Stuttgart) auf Rang zehn.

Die ebenfalls 20 Jahre Magdalena Neuner setzte den Triumphzug der Biathletinnen fort, die vor zwei Jahren durch Uschi Disl erstmals siegten und auch 2006 in Kati Wilhelm, einer weiteren Olympiasiegerin, die Spitzenposition behauptet hatten. Mit 3410 Punkten lag Neuner, die nach den fünf WM-Titeln ihrer Disziplin in diesem Jahr den Biathlon-Höhenflug fortsetzte, vor der fast doppelt so alten Neubrandenburger Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (39) mit 2373 und Nadine Angerer, der Potsdamer Torhüterin der deutschen Fußball-Weltmeistermannschaft. Vierte wurde die zurückgetretene Karlsruher Box-Weltmeisterin Regina Halmich (1360).

Als Mannschaft des Jahres mit 4118 Punkten landete das Team von Nadine Angerer und Rekordtorjägerin Birgit Prinz hinter der Handball-Nationalmannschaft der Männer (4677). In deren Reihen standen als Spieler des THW Kiel auch Christian Zeitz, Dominik Klein und Torwart Henning Fritz, die mit Champions-League-Sieger THW Kiel zusätzlich Dritter wurden.

Unter den rund 40 ehemaligen Sportlern des Jahres im Kurhaus-Saal befand sich auch Fecht-Olympiasieger Thomas Bach (Tauberbischofsheim/1977), heute Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (DOSB).

Höchster politischer Gast war Verteidigungsminister Franz Josef Jung, dessen Bundeswehr-Soldaten laut Statistik rund 60 Prozent der Medaillen des deutschen Sports gewinnen und 2006 in den Biathleten Kati Wilhelm und Michael Greis die Sportler des Jahres gestellt hatten. Diesmal hatte Jung keinen Athleten auf dem Treppchen.

Bestplatzierte Soldaten waren Kombinierer Ronny Ackermann (Dermbach), nach dem Sieg 2005 diesmal Vierter, und Biathletin Manuela Henkel (Großbreitenbach) auf Position fünf.