2007.12.23 Neuss : Flensburg will nicht vom Titel reden

Die SG Flensburg-Handewitt untermauerte die Spitzenposition in der Bundesliga durch einen 33:24-Sieg in Minden. Und obwohl HSV Hamburg und HSG Nordhorn nur Remis spielten, will in Flensburg weiter keiner vom Titel reden.

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Die SG Flensburg-Handewitt ist weiter an der Spitze

Trotz des Gewinns der "Herbstmeisterschaft", ist der Titelgewinn bei der SG Flensburg-Handewitt immer noch ein Tabuwort. "Das interessiert mich nicht. Mir sind die Punkte wichtiger", sagte SG-Trainer Kent-Harry Andersson. Zum Abschluss der Hinrunde gewann seine Mannschaft am 17. Spieltag 33:24 (16:13) bei GWD Minden und steht mit 29:5 Punkten vor der versammelten Konkurrenz aus dem Norden.

Und die leistete sich zwei Tage vor Heiligabend zumindest teilweise einen Ausrutscher: Vizemeister HSV Hamburg (28:6 Punkte) kam beim 30:30 (14:14) bei Frisch Auf Göppingen nicht über ein Unentschieden hinaus. Damit rückte Meister THW Kiel (28:6) am Sonntag mit einem souveränen 35:26 (18:11)-Sieg bei der HSG Wetzlar auf Platz zwei vor.

Hens musste wegen Kreislaufproblemen vom Feld

Dem HSV geht offenbar ein bisschen die Luft aus. Weltmeister Pascal Hens musste nach zehn Minuten wegen Kreislaufproblemen eine Auszeit bis zum zweiten Durchgang nehmen und kam nur auf zwei Treffer. "Meine Spieler haben zur Zeit einfach eine extreme Belastung", so HSV-Trainer Martin Schwalb: "Wir haben einen Punkt liegenlassen." Da nützten auch 14 Treffer des überragenden Dänen Hans Lindberg für die Hanseaten nichts.

An der Tabellenspitze spricht die Statistik nun für einen Meister aus Flensburg, den Titelträger von 2004: In 30 Jahren Bundesliga stand der "Halbzeit"-Erste 20-mal auch am Ende ganz oben. 150 mitgereiste SG-Fans bejubelten ihre Mannschaft in Minden, wo die Entscheidung allerdings erst in den letzten 20 Minuten fiel. Der Flensburger Michael Knudsen mit sieben Toren und auf der anderen Seite Stephan Just mit zehn Treffern waren beste Werfer ihrer Teams.

Vierter ist das Überraschungsteam der HSG Nordhorn (26:8), das beim 29:29 (16:18) beim Tabellensechsten TBV Lemgo eines von gleich drei Unentschieden des Samstages verbuchte. Ebenfalls eine Punkteteilung gab es beim 31:31 (16:17) des SC Magdeburg gegen Altmeister VfL Gummersbach. Fünfter bleiben die Rhein-Neckar Löwen (23:11) nach einem 32:23 (19:11) gegen den Wilhelmshavener HV. HBW Balingen-Weilstetten entführte mit 32:30 (15:16) beide Punkte von TV Großwallstadt.

Essen feiert Überraschungssieg

Im Abstiegskampf schaffte Schlusslicht Tusem Essen einen überraschenden 32:27 (17:12)-Erfolg bei MT Melsungen und hat nach dem zweiten Saisonsieg nun noch drei Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. "Psychologisch war das ein ganz wichtiger Sieg für uns, wenn wir im Abstiegskampf noch mal rankommen wollen", meinte Tusem-Trainer Jens Pfänder.