2007.12.30 Neuss : Technischer K.o. beendet Hucks WM-Traum

Der 23-jährige Marco Huck hat den Kampf um den IBF-Weltmeistergürtel im Cruisergewicht gegen Steve Cunningham (USA) durch einen technischen K.o. verloren. In Runde zwölf warf Huck-Trainer Ulli Wegner das Handtuch.

dsch1
Musste viel einstecken: Marco Huck

Der IBF-Weltmeistergürtel im Cruisergewicht ist für Profiboxer Marco Huck in weite Ferne gerückt. Ausgerechnet in seiner Heimatstadt Bielefeld musste der 23-Jährige gegen Titelverteidiger Steve Cunningham (USA) nach einem technischen K.o. in der 12. Runde seine Titelträume vorerst begraben.

Nach der enttäuschenden Vorstellung musste sich Huck eine Standpauke seines Trainers anhören. "Er hat taktisch versagt und alles vergessen, was ich ihm mit auf den Weg gegeben hatte", sagte Wegner, der nach zahlreichen Treffern von Cunningham in der Schlussrunde das Handtuch warf. "Er war hilflos gewesen. Ich wollte ihn nicht abschlachten lassen", begründete Wegner seine Maßnahme.

"Ich werde wiederkommen"

"Käpt"n Huck" hatte in seiner Heimatstadt Bielefeld viel zu verhalten geboxt, um seinen Traum vom WM-Titel zu verwirklichen. Gegen den routinierten US-Boxer aus Philadelphia fand der Nachwuchskämpfer kein Mittel. Er sei total verkrampft gewesen. Besonders für das Publikum und seinen Vater tue es ihm leid, so Huck, der aber trotz seines schwachen Auftritts und der ersten Niederlage im 20. Profikampf versprach: "Ich werde wiederkommen und Weltmeister werden."

Dafür muss der Bielefelder allerdings variabler werden und an seinen technischen Fähigkeiten arbeiten. Gegen Cunningham waren seine Aktionen zu durchsichtig, so dass sein Gegner den wenigen Angriffen immer wieder leichtfüßig auswich. Deshalb räumte Wegner ein, dass der Titelkampf möglicherweise zu früh gekommen sei.

Wilfried Sauerland hatte unterdessen schon kurz nach der Niederlage deutliche Vorstellungen von Hucks Zukunft. In drei Monaten solle ein Aufbaukampf stattfinden, der nächste WM-Kampf sei in ein bis zwei Jahren geplant, teilte der Promoter mit.

Cunningham hat "cleverer geboxt"

Philly-Fighter Cunningham ließ sich nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung feiern und nannte den Grund für seinen Sieg: "Ich habe cleverer geboxt und mich gut auf meinen Gegner eingestellt."

Für den US-Boy, der in seiner Heimatstadt den Pizzaservice USS Cunningham betreibt, war es der 21. Sieg bei einer Niederlage im 22. Profikampf. Er hatte den Titel am 26. Mai 2007 in Kattowitz gegen den Polen Krzysztof Wlodarczyk nach 12 Runden nach Punkten geholt.