2007.12.31 Neuss : Eich beendet Karriere, Komen feiert Comeback

Der Silvesterlauf in Peuerbach wird für Europarekordler Carsten Eich der Letzte sein. "Nach fast 30 Jahren Leistungssport" beendet der Düsseldorfer seine Karriere. In Trier feiert der Kenianer Daniel Komen ein Comeback.

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Der Kenianer Daniel Komen geht in Trier an den Start

Der ehemalige Halbmarathon-Europarekordler Carsten Eich will sich heute mit seinem siebten Sieg beim traditionellen Silvesterlauf in Peuerbach (Österreich) gebührend vom aktiven Leistungssport verabschieden. "Nach fast 30 Jahren Leistungssport und geschätzten 150.000 Laufkilometern ist Schluss", sagt der Düsseldorfer, der im April 1993 beim Berliner Halbmarathon 60:34 Minuten erzielte. Eine Zeit, die noch heute deutscher Rekord ist, genauso wie seine ebenfalls 1993 aufgestellten 27:47 Minuten über 10km (Straße).

Seit 1990 holte der gebürtige Leipziger 15 nationale Titel in der DDR und der Bundesrepublik, siegte bei den Stadtmarathons in Köln (1998), Leipzig (2002) und Düsseldorf (2004) und nahm zweimal an Olympischen Spielen teil (1992 und 2000).

Beinahe wäre der 37-Jährige 1993 in Berlin sogar Weltrekordler über die 21,1km geworden. Doch am Vorabend hatte der Kenianer Moses Tanui in Mailand die Bestmarke um 59 Sekunden auf 59:47 Minuten gedrückt und war damit als Erster unter einer Stunde geblieben. Heute steht der Weltrekord von Samuel Wanjiru (Kenia/2007) bei 58:33, Eich ist auf Platz 85 der ewigen Weltbestenliste abgerutscht.

Ghirmai und Koch fordern 18-Jährigen Chirchir in Bietigheim

Kenianisch-deutsche Duelle stehen derweil im Mittelpunkt des 27. Silvesterlaufs über 11,2km im schwäbischen Bietigheim, zu dem die Veranstalter am Montag rund 4000 Teilnehmer erwarten. Bei den Männern werden Hindernis-Europacup-Sieger Filmon Ghirmai (Tübingen) und Vorjahressieger Stefan Koch (Wattenscheid) im Kampf um das Preisgeld von dem erst 18-jährigen Anderson Chirchir herausgefordert. Der Kenianer gewann in diesem Jahr den Frankfurter Halbmarathon.

Bei den Frauen bekommen es Vorjahressiegerin Melanie Kraus (Leverkusen) und die zweimalige Bietigheim-Gewinnerin Luminita Zaituc (Braunschweig) mit Milka Jerotich, der Siegerin des Frankfurter Halbmarathons, und Darmstadt-Crossgewinnerin Regina Nguria (beide Kenia) zu tun.

Kenianer Komen feiert Comeback auf der 8-km-Strecke

Top-Athleten werden auch beim 18. Bit-Silvesterlauf in Trier erwartet. Nach fast viereinhalbjähriger Rennpause wird der 3000-m-Weltrekordler Daniel Komen (Kenia), der 1996 im italienischen Rieti 7:20,67 Minuten lief, sein Comeback auf der 8-km-Strecke geben.

Im "deutschen Sao Paulo" trifft der 5000-m-Weltmeister von 1997 auf den 5000-m-WM-Dritten von 2007, Moses Kipsiro aus Uganda. Dieser gewann die letzten beiden Auflagen des Rennens, will nun als Erster den Hattrick schaffen und strebt auch den Streckenrekord von Isaac Kariuki (Kenia/22:21) aus dem Jahr 1997 an. Weitere Top-Starter sind 10.000-m-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid) und Wilson Chemweno (Kenia), Trier-Sieger von 2002.

Bei den Frauen hat Köln-Marathon-Siegerin Sabrina Mockenhaupt (Köln) auf der 5-km-Distanz die besten Siegchancen, nachdem die 5000-m-Olympiasiebte Irina Mikitenko (Wattenscheid) ihren Start wegen einer Mittelohrentzündung absagen musste.

Mockenhaupt hofft auf ihren zweiten Erfolg nach 2005. Am Start ist auch Marathon-Europameisterin Ulrike Maisch (Rostock), im Volkslauf startet die achtmalige Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer.

Der Trierer Silvesterlauf trägt den Beinamen "deutsches Sao Paulo", weil Samba-Bands an dem 1-km-Rundkurs nach dem Vorbild des ältesten Silvesterlaufs der Welt für brasilianische Atmosphäre sorgen. Zuletzt nahmen fast 2000 Sportler teil, mehr gibt die von jährlich rund 15.000 Zuschauern gesäumte Strecke nicht her.

Der teilnehmerstärkste Silvesterlauf findet in Madrid statt, wo 25.000 Starter zum 10-km-Rennen antreten, während Bozen/Südtirol mit Top-Athleten wie dem siebenmaligen Cross-Europameister Sergej Lebed (Ukraine) um Aufmerksamkeit buhlt. Auf 20.000 Sportler und damit eine Rekordbeteiligung hoffen die Veranstalter des 83. Sao Silvestre, der Mutter aller Silvesterläufe im brasilianischen Sao Paulo.