2008.01.01 Neuss : Kenianer bei Silvesterläufen siegreich

Bei den Silvesterläufen in Sao Paulo/Brasilien, Bozen/Italien und Madrid/Spanien gingen die Siege jeweils an kenianische Athleten. Im österreichischen Peuerbach gewann dagegen überraschend die Deutsche Julia Viellehner.

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Die Kenianer Robert Cheruyot (l.) und Alice Timbilili siegten in Sao Paulo

Der dreimalige Boston-Marathon-Sieger Robert Cheruiyot hat am Montag auch beim ältesten Silvesterlauf der Welt im brasilianischen Sao Paulo zum dritten Mal nach 2002 und 2004 triumphiert. Der Kenianer gewann das 15-km-Rennen bei heißen 30 Grad Celsius in 45:54 Minuten und verwies Landsmann Patrick Ivuti (46:50) auf Platz zwei.

Den fünften kenianischen Doppelsieg der Veranstaltungsgeschichte machte Alice Timbilil als schnellste Frau in 53:07 Minuten bei ihrem Erfolg über die brasilianische Siegerin von 2002, Marizete de Paula Rezende (53:36), perfekt.

An die Streckenrekorde von Ex-Marathon-Weltrekordler Paul Tergat aus dem Jahr 1995 (43:12) und Hellen Kimayio aus dem Jahr 1993 (50:26) kam das kenianische Siegerduo aber nicht heran. Mit 20. 000 Teilnehmern verzeichnete das Rennen eine Rekordbeteiligung.

Der Sao Silvestre ist die "Mutter aller Silvesterläufe" und findet seit 1925 ununterbrochen statt. Frauen-Rennen gibt es bei der Veranstaltung seit 1975. Siegerin der ersten beiden Auflagen war die ehemalige Marathon-Weltbeste Christa Valensieck aus Wuppertal, 1980 war Heidi Hutterer (Landshut) vorn.

Viellehner schafft deutschen Überraschungssieg

Cross-EM-Starterin Julia Viellehner gewann dagegen überraschend den 27. Silvesterlauf im österreichischen Peuerbach. Die 22-Jährige, die zum neuen Jahr nach Passau wechselt, benötigte in ihrem letzten Rennen für den TSV Winhöring für die 5,1km lange Strecke 16:37 Minuten und bezwang die Tschechin Petra Kaminkova (16:38). Rang sechs erkämpfte Claudia Dreher (Burg/17:10).

Schnellster Mann war Österreichs bester Läufer Günther Weidlinger, der zum vierten Mal in Serie und zum sechsten Mal ingesamt das Rennen über 6,8km für sich entschied. Damit zog er mit Rekordsieger Carsten Eich (Düsseldorf) gleich, der am Montag in Peuerbach Abschied vom Leistungssport nahm. Der ehemalige Halbmarathon-Europarekordler und deutsche Rekordler über die 21,1 und die 10km belegte in 20:30 Platz 19.

Kenias Laufasse dominieren in Südtirol

Kenias Laufasse Edwin Soi und Sylvia Kibet haben beim stark besetzten Silvesterlauf in Bozen/Südtirol für den ersten ostafrikanischen Doppelsieg seit 1996 gesorgt. Soi (21), der beim Weltfinale im September in Stuttgart die 3000 und die 5000m gewonnen hatte, setzte sich auf der 10-km-Distanz in 28:50 Minuten gegen den Äthiopier Fikadu Awash (28:54) und Paul Kimugul Kimaiyo (ebenfalls Kenia/29:04) durch. Nur Vierter wurde vor 10.000 Zuschauern bei idealen äußeren Bedingungen der siebenmalige Cross-Europameister und fünfmalige Bozen-Sieger Sergej Lebid (Ukraine/29:08).

Die 23-jährige Kibet, 5000-m-WM-Vierte von Osaka, behielt auf der 5-km-Strecke gegen Etea Emebet (Äthiopien/16:05) und Vorjahressiegerin Aniko Kalvocis (Ungarn/16:08) die Oberhand. Der 16 Jahre alte Streckenrekord der Berlinerin Katrin Wessel aus dem Jahr 1991 (15:34) blieb unangetastet.

Menjo und Cheruiyot Schnellste in Madrid

Beim mit 25.000 Teilnehmern größten Silvesterlauf der Welt in Madrid gab es kenianische Siege durch Kiprono Menjo und Vivian Cheruiyot. Der 28-jährige Menjo lief die stark abschüssige 10-km-Strecke in 28:34 Minuten, 5000-m-Vizeweltmeisterin Cheruiyot benötigte 31:50.

Im Vorjahr war hier 5000-m-Ex-Weltmeister Eliud Kipchoge (Kenia) in 26:54 Stunden über 10km so schnell unterwegs wie niemand zuvor, doch der Rekord fand wegen des starken Gefälles der Strecke keine Anerkennung. Die Bestmarke steht weiter bei 27:02, aufgestellt von Haile Gebrselassie (Äthiopien) im Jahr 2002.