2008.01.05 Neuss : Gelungener Test für DHB-Auswahl

Für die deutschen Handballer endete der erste EM-Härtetest mit dem erwarteten Sieg. Gegen Montenegro setzten sich die Weltmeister in Rostock mit 33:26 (16:10) durch.

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Bundestrainer Heiner Brand

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist mit dem erwarteten Sieg, aber auch neuen Verletzungssorgen in die heiße Phase der EM-Vorbereitung gestartet. Gegen Montenegro setzten sich die Weltmeister in Rostock mit 33:26 (16:10) durch und zeigten neben viel Spielfreude nach zwei Tagen Trainingslager auch noch einige Unkonzentriertheiten.

Gegen die harmlosen Gäste war der Hamburger Torsten Jansen mit sechs Toren bester Werfer für die Weltmeister von Bundestrainer Heiner Brand. Am Sonntag (15.00 Uhr) steht in Schwerin noch eine zweite Partie gegen Montenegro an, das bei der Europameisterschaft in Norwegen (17. bis 27. Januar) erstmals an einem großen Turnier teilnimmt.

"Vor allem in der Abwehr herrscht Verbesserungsbedarf, daran werden wird noch arbeiten. Man hat den Spielern nach den harten Trainingseinheiten etwas die mangelnde Frische angemerkt", sagte Brand.

Fritz fällt aus

Für die deutsche Mannschaft, ansonsten vor den internationalen Höhepunkten fast schon traditionell vom Verletzungspech verfolgt, gab es wenige Stunden vor der Partie am Samstag diesmal die erste schlechte Nachricht: Bei Torhüter Henning Fritz wurde nach einer Röntgenuntersuchung im Rostocker Krankenhaus ein Teilabriss der Strecksehne am kleinen Finger der rechten Hand diagnostiziert. Fritz bekam Schiene und Verband verpasst.

"Henning fährt am Montag nach Bad Neustadt an der Saale, wo Handspezialisten sich der Sache annehmen werden", sagte Mannschaftsarzt Dr. Marco Kettrukat. Dann soll auch entschieden werden, ob sich der 33-Jährige einer Operation unterziehen muss oder ob er mit einem geschienten und getapten Finger weiterspielen kann. Fritz meinte aber bereits: "Ich kehre am Montagabend zur Mannschaft zurück, und dann geht es weiter mit der EM-Vorbereitung. "

Auch Brand sah die Personalie gelassen. "Wir haben weniger Problemfälle als vor der WM im letzten Jahr, sehen wir mal von Henning Fritz ab. Aber auch bei ihm sind wir zuversichtlich", sagte der Bundestrainer. Neben Fritz fehlte gegen Montenegro nur Rückraum-Ass Holger Glandorf, der wegen des Todes seines Vaters pausiert.

Bitter gut aufgelegt

Für Fritz hütete diesmal der gut aufgelegte Hamburger Johannes Bitter das Tor. Im Angriff nutzte Brand, der zur EM noch mindesten drei Spieler ausortieren muss, die Gelegenheit zum Testen. Vor allem die Außen Torsten Jansen und Florian Kehrmann glänzten aber zunächst mit Toren nach schnellen Gegenstößen und führten die Gastgeber früh auf die Siegerstraße. Allerdings brachte sich die deutsche Mannschaft vor allem im zweiten Durchgang durch Fehlwürfe aus bester Lage selbst um einen noch höheren Erfolg.

Nach vier Tagen Silvester-Urlaub hatten sich das Team am Donnerstag zum Lehrgang in Rostock versammelt. Im hohen Norden setzen die Weltmeister auch die Vorbereitug auf die EM fort. Ab Montag will sich die Mannschaft beim Trainingslager in Damp an der Ostsee den letzten Schliff holen, ehe am 12. Januar in Arhus und einen Tag später in Kiel jeweils gegen den WM-Dritten Dänemark die letzten Tests anstehen.

Am 15. Januar macht sich der DHB-Tross dann auf nach Norwegen, wo am 17. Januar in Bergen das erste Vorrundenspiel gegen Weißrussland auf dem Programm steht. Weitere Gruppengegner sind Ungarn (19. Januar) und Ex-Weltmeister Spanien (20. Januar).