2008.01.23 Neuss : Schneider startet auch 2008 in der DTM

Bernd Schneider bleibt der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) treu. Der 34-Jahre alte Pilot unterschrieb bei seinem bisherigen Team Mercedes einen Ein-Jahres-Vertrag für die kommende Saison.

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Bernd Schneider bleibt in der DTM

Die Fans der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) können sich freuen: "Mister DTM" Bernd Schneider macht weiter. Nach kurzer Beratung mit seiner Familie und einer Unterhaltung mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug war die Entscheidung gefallen: Bernd Schneider wird auch 2008 in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) an den Start gehen. "Für mich geht es weiter, ich bin bereit für die neue Saison", sagte der 43-Jährige dem sid. Der schier unverwüstliche Schneider erhält bei den Stuttgartern einen neuen Ein-Jahres-Vertrag.

Schneider will den Rivalen, von denen viele seine Kinder sein könnten, zeigen, dass er längst noch nicht zum alten Eisen gehört. "In dieser Saison gibt es keinen richtigen Dominator, daher glaube ich schon, dass man mit mir immer noch rechnen muss", meint der fünfmalige Champion, mit 32 Siegen der erfolgreichste DTM-Pilot aller Zeiten.

Schneider: "Es macht einfach noch viel zu viel Spaß"

Es sei immer noch der Spaß am Autofahren, der ihn antreibe, meint Schneider: "In einem perfekten Team mit einem perfekten Auto gegen die Jungen anzutreten, macht einfach noch viel zu viel Spaß." Und solange er diese Möglichkeit bekomme, wolle er auch fahren, sagt der ehemalige Formel-1-Pilot.

Haug kann sich die DTM ohne Bernd Schneider jedenfalls nicht vorstellen: "Bernd ist einfach Mister DTM." Es werde lange dauern, bis ihm einer diesen Titel abnehme, wenn das überhaupt je passieren werde. "Bernds Erfolge einzustellen oder gar zu überbieten, wird im besten Falle viele Jahre dauern - und er ist ja nach wie vor sieg- und titelfähig", sagte der Mercedes-Sportchef dem sid.

Damit hat Mercedes nach dem Rücktritt von Publikumsliebling Mika Häkkinen (Finnland) zumindest ein Zugpferd im Aufgebot. Der spektakulärste Coup steht aber noch aus: Nach den Testfahrten in Valencia denken die Silberpfeile an eine Verpflichtung des ehemaligen Formel-1-Piloten Ralf Schumacher, der bei Toyota ausgemustert worden war.

Dass Häkkinen den Helm an den Nagel gehängt habe, sei zwar sehr schade, so Schneider, aber das Leben gehe trotzdem weiter. Es läge nun an der DTM, jemanden zu finden, der Häkkinens Rolle übernehme. Da käme Ralf Schumacher doch gerade recht, oder? Schneider: "Für mich ist Schumacher zuletzt in der Formel 1 unter Wert geschlagen worden. Er hat bei BMW gezeigt, dass er ein Siegfahrer ist, also kann er ja wohl nicht so schlecht sein." Sollte "Schumi II" ein siegfähiges Auto in der DTM bekommen, fahre er auch vorne mit, betont Schneider.

Schneider sei laut Haug schon seit anderthalb Jahrzehnten der wichtigste Eckpfeiler der DTM-Aktivitäten von Mercedes und nicht umsonst DTM-Rekordsieger und DTM-Rekordmeister. Der gebürtige Saarländer fährt seit 1991 für die Marke mit dem Stern. Haug: "Das ist die längste ununterbrochene Zusammenarbeit von Rennfahrer und Hersteller mit den größten gemeinsamen Erfolgen."

Schneider fordert mehr Anerkennung für DTM-Stars

Doch irgendwann schlage auch für ihn die Stunde des Abschieds, sagt Schneider. Daher müsse die DTM auf neue Fahrer setzen und dafür sorgen, dass diese Leute dann irgendwann auch mal einen großen Namen haben. "Ich denke, ein Bruno Spengler ist genauso ein Superstar wie Lewis Hamilton in der Formel 1, nur man versteht es nicht, ihn nach oben zu bringen. Und das muss die DTM in Zukunft schaffen", so die klarer Forderung von "Mister DTM".

Doch bis es soweit ist, will Schneider erst noch den einen oder anderen Titel gewinnen, um mit seinem großen Idol Michael Schumacher gleichzuziehen. Der war nämlich siebenmal Formel-1-Weltmeister. Doch der König der Tourenwagen wiegelt ab: "Egal, wieviele DTM-Titel ich noch hole. An Schumi kommt niemand ran."