2008.01.25 Neuss : Elfenbeinküste siegt locker - Vogts nur mit Remis

Während Titelfavorit Elfenbeinküste beim Afrika-Cup den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingefahren hat, muss Berti Vogts mit Nigeria weiter auf den ersten Sieg warten.

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Überragender Akteur der Elfenbeinküste: Didier Drogba

Für Berti Vogts steht der 26. Afrika-Cup in Ghana unter keinem guten Stern. Der Ex-Bundestrainer wartet weiter auf das erste Tor seiner Nigerianer und muss ernsthaft um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Gegen Mali kamen die "Super Eagles" am Freitag in Sekondi nicht über ein 0:0 hinaus, nachdem es zum Auftakt bereits eine 0:1-Niederlage gegen die Elfenbeinküste gegeben hatte.

Um noch den Sprung in die nächste Runde zu schaffen, müssen die Nigerianer (1 Punkt) ihr letztes Gruppenspiel am kommenden Dienstag gegen das bereits ausgeschiedene Benin mit dem deutschen Trainer Reinhard Fabisch gewinnen und gleichzeitig auf eine Niederlage Malis (4 Punkte) gegen die Elfenbeinküste (6) hoffen. Die Ivorer mit ihrem Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea hatten zuvor ihr Spiel gegen Benin locker 4:1 gewonnen und damit den Sprung unter die letzten Acht geschafft. Für Fabisch bedeutete die Niederlage das vorzeitige Ende aller Hoffnungen auf die nächste Runde.

Nigeria braucht Schützenhilfe der Elfenbeinküste

Das gleiche Schicksal könnte auch Vogts drohen. Selbst ein Sieg gegen Benin könnte letztlich wertlos sein, falls Mali gegen die Elfenbeinküste mindestens ein Unentschieden erreicht.

Die Vogts-Elf tat sich am Freitag wie schon beim Auftaktspiel gegen die Ivorer, die bis zur Erkrankung seines Sohnes von Ulli Stielike auf das Turnier vorbereitet worden waren, erneut schwer in der Offensive und spielte kaum klare Chancen heraus. In der 82. Minute hatte der Olympiasieger von 1996 sogar Glück, dass Malis Seydou Keita nur die Latte traf. Ein Sieg hätte für Mali bereits den Viertelfinal-Einzug und für Nigeria das Aus bedeutet.

Bereits vor der zweiten Niederlage im zweiten Spiel hatte Fabisch Post vom Afrikanischen Fußball-Verband CAF erhalten. Darin wurde ihm eine Frist von 24 Stunden gesetzt, seine Bestechungsvorwürfe mit einer Eidesstattlichen Versicherung zu belegen.

"Ich bin darauf vorbereitet, alles zu tun, was nötig ist, um diese Sache aufzuklären", sagte er nach dem Spiel gegen die Ivorer der Nachrichtenagentur reuters: "Man hat mir noch nicht genau gesagt, was man von mir haben will. Aber ich werde das gerne erfüllen. Ich will die Teams und den afrikanischen Fußball davor schützen, dass so etwas wieder passiert. Ich sehe es als meine Pflicht, so etwas an die Öffentlichkeit zu bringen."

Fabisch hatte tags zuvor gemeldet, dass ihm ein unbekannter Mann Geld für eine Manipulation der Auftaktpartie gegen Mali (0:1) geboten habe. Der frühere Profi von Borussia Dortmund hatte den Mann rausgeworfen und ihm mit der Polizei gedroht. Der CAF kündigte eine Untersuchung an, sobald ihm die formale Bestätigung von Fabisch vorliege. "Ich stehe zu dem, was ich gesagt habe, und werde den Namen und die Telefonnummer des Mannes an die CAF weitergeben", meinte Fabisch.

Auf dem Platz war Benin gegen die "Elefanten", bei denen Artur Boka (Stuttgart) sowie später auch Steve Gohouri (Mönchengladbach) und Boubacar Sanogo (Bremen) zum Einsatz kamen, ohne Chance. Drogba eröffnete in der 40. Minute selbst den Torreigen. Die weiteren Treffer erzielten Yaya Toure (44.), Abdelkader Keita (52.) und Aruna Dindane (63.). Das Ehrentor gelang Razak Omotoyossi in der Nachspielzeit.