2008.01.26 Neuss : Deutsches America's-Cup-Team vor offener Zukunft

Der Streit um die Zukunft des America's Cup hat nun auch das deutsche Team erreicht. Die im März auslaufenden Verträge von Jochen Schümann und Co. werden vorerst nicht verlängert.

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Das Team Germany beim 32. Cup

Der dreimalige Segel-Olympiasieger Jochen Schümann und seine für den America's Cup vorgesehene Crew des United Internet Team Germany stehen vorerst auf der Straße. Wegen des Streits um den Austragungstermin der kommenden Titelkämpfe werden die meisten Sportler des deutschen Syndikats nach Informationen des Nachrichtenmagazins Focus entlassen.

"Sämtliche Verträge, auch der von Jochen Schümann, laufen am 31. März aus und werden nicht verlängert", sagte Syndikatschef Michael Scheeren dem Magazin. Wegen des Rechtstreits zwischen Titelverteidiger Alinghi, dem früheren Schweizer Arbeitgeber von Schümann, und dem US-Team BMW Oracle Racing könnten die Angestellten nicht weiterbeschäftigt werden.

Bei einer Neuauflage 2011 wieder dabei

"Wir können auf Dauer nicht ein großes Team finanzieren, ohne zu wissen, wann und wie es mit dem America's Cup weitergeht", erklärte Scheeren. Bei einer Neuauflage 2011 soll die Crew um den zweimaligen America's-Cup-Sieger Schümann aber wieder dabei sein. Die laufenden Kosten für das Team hatte zuletzt United-Internet-Chef Ralph Dommermuth persönlich getragen.

Erst am Mittwoch hatte das Berufungsgericht in New York den Streitfall Alinghi-BMW Oracle auf Mittwoch kommender Woche vertagt, da mehr Zeit für Akteneinsichten benötigt würde.

Titelverteidiger Alinghi hat Mitte November in New York gegen ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Berufung eingelegt. Die Richter hatten dem Schweizer Segelsyndikat eine juristische Niederlage zugefügt und der Klage des US-Teams BMW Oracle Racing stattgegeben. In der Urteilsbegründung hieß es, Alinghi habe das Regelwerk für die 33. Auflage der ältesten Hochsee-Regattaserie der Welt zu einseitig gestaltet.