2008.01.26 Neuss : DFB und DFL führen Runden Tisch ein

Der Deutsche Fußball-Bund und die DFL planen einen gemeinsamen Runden Tisch. Ein Thema wird die Einführung eines vierten Schiedsrichters für die 2. Bundesliga sein.

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Rainer Kalb (l.) und Holger Hieronymus

Mit der Einführung eines ständigen Runden Tisches wollen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga GmbH (DFL) aufkommende Konfliktthemen im Bereich des Schiedsrichterwesens zukünftig frühzeitig lösen. Diese Absicht erklärten der für die Unparteiischen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch und der für den Spielbetrieb zuständige DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus bei der Winterpausen-Tagung der Bundesliga-Referees in Mainz.

Dem Runden Tisch, der sich nicht in regelmäßigen Abständen, sondern nur für die Besprechung akuter Themen und Konflikte treffen soll, werden neben Koch und Hieronymus voraussichtlich der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichter-Ausschusses, Volker Roth, und Referee-Lehrwart Eugen Strigel angehören.

"Luft aus Konflikten herauslassen"

"Eine meiner Hauptaufgaben ist es, im Austausch mit der DFL Konflikte zu moderieren, um so die Luft aus den Konflikten herauszulassen. Es soll dazu führen, ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln", erklärte Koch, dem das Schiedsrichter-Ressort erst beim zurückliegenden Bundestag in Mainz übertragen wurde.

Auch Hieronymus hält einen Runden Tisch für das geeignete Instrument zur Lösung der meist schlagzeilenträchtigen Konflikte zwischen den Verantwortlichen der Klubs auf der einen und den Schiedsrichtern auf der anderen Seite. "Es sprechen schon gute Gründe dafür, auf die Erfahrung der Liga zurückzugreifen. Da gab es in der Vergangenheit doch einen Mangel im System", sagte der DFL-Funktionär.

"Vierter Offizieller dringend notwendig"

Eines der ersten Themen wird die von den Schiedsrichtern geforderte Einführung des vierten Offiziellen für die 2. Liga sein. "Es ist dringend notwendig, den vierten Offiziellen auch in der 2. Liga einzuführen. Wir erhoffen uns davon den gleichen positiven Effekt wie in der 1. Liga", sagte Roth. Bisher hatte sich die DFL wegen der entstehenden Zusatzkosten dagegen ausgesprochen.

Neben der Einberufung eines Runden Tisches sowie der Einführung des vierten Offiziellen lag das Hauptaugenmerk beim Treffen der 39 Schiedsrichter der 1. und 2. Liga auf den versteckten Fouls der Profis. "Diese Ellbogenschläge der Spieler sind eine Unsitte. Auch die Fouls im Rücken der Unparteiischen ärgern mich. Darauf werden wir wieder verstärkt unser Augenmerk legen, wobei auch die Assistenten an der Linie gefordert sind", erläuterte Roth, der den Schiedsrichter-Gespannen - die in der Rückrunde den "Knopf im Ohr" als Kommunikationsmittel testen werden - ein insgesamt gutes Zeugnis für die Hinrunde ausstellte.

Während des Treffens wurde zudem bekannt, dass die nach dem Ausscheiden von Hellmut Krug übergangsweise von Strigel besetzte Stelle des DFB-Schiedsrichter-Abteilungsleiters in absehbarer Zukunft neu besetzt werden soll. Außerdem wurde Florian Meyer (Burgdorf) in Mainz zum Stellvertreter von Schiedsrichtersprecher Herbert Fandel (Kyllburg) gewählt.