2008.01.28 Neuss : Nigeria sucht angeblich schon Vogts-Nachfolger

Berti Vogts' Trainerstuhl beim nigerianischen Nationalteam wackelt vor dem letzten Gruppenspiel der "Super Eagles" gegen Benin beim Afrika-Cup in Ghana gewaltig.

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In der Kritik: Nigerias Nationaltrainer Berti Vogts

Berti Vogts kämpft im letzten Vorrundenspiel des 26. Afrika-Cups nicht nur gegen Benin, es geht für den früheren Bundestrainer bereits um seinen Job auf der nigerianischen Trainerbank. Der Verband soll angeblich schon einen Nachfolger für Vogts suchen. Zwar erhielt der Welt- und Europameister vor der Partie am Dienstag (18.00 Uhr/live bei Eurosport) in Sekondi noch Rückendeckung von Fußball-Verbandspräsident Sani Lulu, doch Medienberichten zufolge stehe der Niederländer Louis van Gaal bereits als neuer Trainer der "Super Eagles" bereit. Selbst der Sponsor, der Vogts" Gehalt zahlt, sei mit der Entlassung einverstanden.

Doch die offiziellen Statements klingen angesichts von nur einem Punkt aus zwei Spielen noch moderat. "Wir haben größtmögliches Vertrauen in Berti Vogts. Wir werden ihm Zeit geben. Es ist noch zu früh, um ihn zu entlassen oder um gar das ganze Team aufzulösen", sagte Verbandspräsident Lulu. Gleichzeitig zeigte er sich aber pessimistisch: "Ich habe die Hoffnung aufs Weiterkommen verloren." Zumal die "Super Eagles" bislang als einziges Team neben dem Sudan noch ohne Torerfolg dastehen.

"Wir haben viele Chancen, aber wir treffen nicht. Wenn das so bleibt, können die Spieler auch nicht erwarten, dass wir gewinnen", sagte Vogts, dessen Mannschaft die Situation schon vom Afrika-Cup 2004 kennt. Damals stand sie gegen Benin auch unter Zugzwang und siegte 2:1.

Um es diesmal ins Viertelfinale zu schaffen und das erste Vorrunden-Aus seit 1982 zu verhindern, muss Nigeria sein letztes Spiel in der Gruppe B gegen den bereits ausgeschiedenen Konkurrenten mit Trainer Reinhard Fabisch auf der Bank gewinnen und auf eine Niederlage Malis (4 Punkte) gegen den Topfavoriten Elfenbeinküste (6) hoffen. "Ich erwarte, dass die Elfenbeinküste professionell genug ist und Mali für uns schlägt", sagte Verteidiger Rabiu Afolabi.

Die "Elefanten", die als einziger Teilnehmer schon sicher in der Runde der letzten Acht stehen, versprechen vollen Einsatz. "Wir werden uns auf keine Trickserei einlassen. Allein das zu denken, ist schon eine Beleidigung für uns", sagte deren Ex-Star Laurent Pokou, dessen 14-Tore-Rekord beim Afrika-Cup am Samstag von Kameruns Samuel Eto"o eingestellt wurde. Pokou arbeitet jetzt für den Verband der Elfenbeinküste.

Derweil hat Senegals polnischer Trainer Henri Kasperczak schon vor dem abschließenden Vorrundenspiel seines Teams gegen Südafrika die Notbremse gezogen und seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatte seine Mannschaft 1:3 gegen Angola verloren.

Die als Mitfavoriten ins Turnier gestarteten Senegalesen müssen nun am Donnerstag gegen den WM-Gastgeber 2010 gewinnen und sind zudem auf Schützenhilfe angewiesen, um sich noch für die nächste Runde zu qualifizieren. In der Partie soll Kasperczaks ehemaliger Co-Trainer Lamine Ndiaye das Team betreuen. Spielen Angola und Tunesien zur gleichen Zeit unentschieden, wäre Senegal ausgeschieden.