2008.02.01 Neuss : Kartellamt mahnt Unterlagen der DFL an

Die Kontrolle des TV-Vertrages der Deutschen Fußball Liga (DFL) durch das Kartellamt nimmt noch weitere Zeit in Anspruch. Ein Ende der Prüfung sei nicht absehbar, teilte die Behörde mit.

dap
Prüfung des DFL-TV-Vertrages dauert weiter an

Das Bundeskartellamt hat seine Entscheidung über die Rechtmäßigkeit des Vermarktungsvertrages der Deutschen Fußball Liga (DFL) ab der Saison 2009/10 aufgeschoben. Da die DFL bis Ende Januar noch nicht alle Unterlagen vorgelegt habe, sei entgegen anderslautenden Meldungen ein Ende der Prüfung derzeit nicht absehbar, teilte die Behörde am Freitag mit.

Das Bundeskartellamt prüft seit dem vergangenen Oktober auf Antrag des Pay-TV-Senders Premiere, ob das neue Modell der DFL für die Zentralvermarktung der Medienrechte für die erste und zweite Bundesliga mit dem Kartellrecht zu vereinbaren ist. Wie die Behörde erklärte, fehlt ihr aber unter anderem auch noch der zwischen der DFL und Leo Kirch geschlossene Vertrag.

Kartellamt will schnell Klarheit schaffen

Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer sagte, er halte es für erforderlich, "dass die DFL das Verfahren zügig und konstruktiv begleitet". Das Bundeskartellamt habe ein Interesse daran, "schnell Klarheit zu schaffen". Die betroffenen Unternehmen "und insbesondere die fußballbegeisterten Fernsehzuschauer" müssten wissen, was ab der Saison 2009/10 auf sie zukomme.

Das Bundeskartellamt prüft unter anderem die Neuerungen, die im Vertrag zwischen der DFL und der Kirch-Firma Sirius vorgesehen sind. Dabei geht es um die Absicht der DFL, dass auch Verwerter der Pay-TV-Rechte künftig fertig produzierte Beiträge abnehmen müssen. Gegen diese Vorgabe wehrt sich Premiere mit dem Anspruch auf die "Hoheit über die Berichterstattung". Die DFL hatte im vergangenen Oktober die Rechte an der Inlandsvermarktung der Bundesliga von 2009 bis 2015 für rund 500 Millionen Euro pro Saison an Sirius veräußert.