2008.02.02 Neuss : Rückrundenstart: Der HSV will den Titel

Der Ball rollt wieder! Nach wochenlanger Winterpause startet die höchste deutsche Spielklasse in die Rückrunde und damit in die entscheidende Saisonphase.

jsor2
Van der Vaart und der HSV sind heiß auf den Titel

Es geht los, die heiße Phase der Bundesliga-Saison beginnt. Die höchste deutsche Spielklasse erwacht aus dem Winterschlaf, ab jetzt zählt wieder jeder Punkt. Sowohl im Meisterschaftsrennen als auch im Abstiegskampf ist noch alles offen. Huub Stevens, Trainer des Hamburger Sport-Vereins, weiß, wie wichtig ein guter Start in die Rückrunde ist: "Mit einem Erfolg nach der Winterpause tankt man Selbstbewusstsein für die nächsten Wochen", erklärte Stevens, der mit seinem Team heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) im Nordderby gegen Hannover 96 ran muss.

Im Titelrennen gegen Herbstmeister Bayern München, der mit einem 2:1 (2:0) im Gastspiel bei Hansa Rostock am Freitag den Anfang machte, will sich der HSV ebenso wenig einen Ausrutscher leisten wie der Nordrivale Werder Bremen, der am Sonntag (17.00 Uhr) den VfL Bochum empfängt.

HSV fühlt sich reif für den Titel

Den Auftritt im DFB-Pokal unter der Woche wollen die Hamburger derweil nicht überbewerten. "Wir haben mit der nächsten Pokalrunde ein kleines Ziel erreicht. Aber das muss jetzt abgehakt sein und die Konzentration dem Spiel gegen Hannover gelten", fordert Stevens, dessen Team nach dem 3:0 beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen weiter in drei Wettbewerben vertreten ist. Trotz einer durchwachsenen Winter-Vorbereitung fühlen sich in Hamburger reif für einen Titel. "Wir arbeiten daran", sagt HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer.

Der Gegner aus Hannover wäre dagegen schon mit dem Erreichen eines internationalen Wettbewerbs zufrieden. "Ein fünfter Platz wäre für uns wie der Gewinn der deutschen Meisterschaft. Um das zu schaffen, müsste es allerdings optimal laufen", erklärt 96-Coach Dieter Hecking, dessen Mannschaft auf Rang sieben überwintert hat. Von den Gastspielen in Hamburg brachten die Niedersachsen in den letzten vier Jahren immer Punkte mit nach Hause, so dass man sich auch diesmal etwas ausrechnet: "Wir wollen unsere Auswärtsstärke erneut unter Beweis stellen", kündigt Hecking an.

Leverkusen hofft auf Patzer der Konkurrenz

Auf mögliche Patzer der Konkurrenz hoffen indes die Verfolger des Spitzentrios - allen voran Bayer Leverkusen als Tabellenvierter. Ein eigener Erfolg ist dabei die Voraussetzung, wobei die Leverkusener mit dem Gastspiel beim Vorletzten Energie Cottbus heute eine vermeintlich leichte Aufgabe haben.

Veh schreibt Stuttgarter Titelverteidigung ab

Der Titelverteidiger aus Stuttgart hat den erneuten Gewinn der Meisterschale schon abgeschrieben. "Mit der Titelvergabe haben wir nichts mehr zu tun, für uns geht es um einen Platz im internationalen Geschäft", erklärt VfB-Coach Armin Veh. Für die Schwaben geht es heute gegen den Tabellenfünften Schalke 04. Allerdings gelang es dem VfB in den vergangenen Jahren in acht von neun Gastspielen auf Schalke nur gerade mal einen Punkt zu holen.

Im Abstiegskampf steht derweil Schlusslicht MSV Duisburg unter besonderem Druck: Denn eine Niederlage gegen Borussia Dortmund könnte für die "Zebras" schon den Anfang vom Ende bedeuten. Der MSV ist mit immerhin sieben Niederlage das schwächste Heimteam der Liga und trifft zudem auf einen BVB, der nach dem Pokalerfolg gegen Bremen (2:1) selbstbewusst ins neue Jahr geht. "Wir wollen den Schwung aus dem Pokal mit in die Bundesliga nehmen", sagt Dortmunds Coach Thomas Doll.

Magath hofft auf positiven Pokal-Effekt

Ähnliches hofft auch Trainer Felix Magath, dessen VfL Wolfsburg sich erst im Elfmeterschießen gegen Schalke durchsetzte. "So ein Sieg kann eine Mannschaft beflügeln. Ich hoffe, dass dies bei uns der Fall ist", so der 54-Jährige vor der Partie bei Arminia Bielefeld, das im Pokal am Zweitligisten Carl-Zeiss Jena (1:2) gescheitert war.

Eine erste Standortbestimmung im neuen Jahr ist der Spieltag unterdessen für Hertha BSC Berlin und Eintracht Frankfurt sowie für den Karlsruher SC und den 1. FC Nürnberg, die allesamt nicht mehr im Pokal aktiv waren.