2008.02.03 Neuss : Kuranyi und Westermann schießen Schalke zum Sieg

Kevin Kuranyi, Heiko Westermann und Ze Roberto II haben für einen 4:1 (1:0)-Erfolg des FC Schalke 04 gegen Stuttgart gesorgt. Kuranyi traf gegen seinen Ex-Klub sogar doppelt.

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Kevin Kuranyi (r.) und Heiko Westermann

Dank Rückkehrer Kevin Kuranyi hat Schalke 04 das Pokal-Aus schnell verdaut und seine Aufholjagd in der Bundesliga auch nach der Winterpause fortgesetzt. Der Nationalspieler leitete vier Tage nach dem K.o. im Elfmeterschießen in Wolfsburg mit einem Doppelpack den 4:1 (1:0)-Sieg des Vize-Meisters gegen seinen Ex-Klub VfB Stuttgart ein.

Während Schalke nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Niederlage den Rückstand auf den angestrebten Champions League-Platz auf einen Punkt verringerte, ist für Meister Stuttgart die Bundesligaspitze in weite Ferne gerückt. Das Team von Trainer Armin Veh, der die Titelverteidigung ohnehin schon abgeschrieben hatte, liegt nun 14 Zähler hinter Tabellenführer Bayern München.

Kuranyi, der beim Pokal-Aus noch wegen der Folgen einer Lungenentzündung gefehlt hatte, brachte die Gelsenkirchener mit seinen Saisontoren Nummer 7 und 8 auf die Siegerstraße. Zunächst traf er unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit einem Kopfball nach einer Ecke (32.), dann stocherte er den Ball nach einem Fehler von VfB-Torhüter Raphael Schäfer über die Linie (52.).

Westermann mit der Vorentscheidung

Den Anschlusstreffer der Schwaben erzielte der eingewechselte Antonio da Silva, der bei einem Freistoß aus 30 Metern (61.) den Ball über den unaufmerksamen Schalke-Keeper Manuel Neuer ins Tor schlenzte. Der für das Länderspiel am Mittwoch in Wien gegen Österreich erstmals in den Nationalkader berufene Heiko Westermann sorgte per Kopfballtor für die Vorentscheidung, erneut nach Vorarbeit von Ivan Rakitic. Den Schlusspunkt setzte der erst zwei Minuten zuvor eingewechselte Neuzugang Ze Roberto II (90.).

Kuranyi wird den "Königsblauen" allerdings im Revierderby am kommenden Sonntag bei Borussia Dortmund fehlen. Der 25-Jährige, der seine ersten beiden Tore gegen seinen Ex-Klub erzielte, sah die fünfte gelbe Karte, als er nach dem 2:0 sein Trikot auszog.

Schalke-Trainer Mirko Slomka hatte nach dem Pokal-Aus in Wolfsburg wieder vom 4-3-3-System auf 4-4-2 umgestellt. Stürmer Peter Lövenkrands fiel kurzfristig wegen einer Leistenverletzung aus, dafür rückte Lewan Kobiaschwili als vierter Mann ins Mittelfeld. VfB-Coach Veh bot dagegen überraschend den Bundesliga-Debütanten Christian Träsch für Ludovic Magnin als linken Außenverteidiger auf.

Marica trifft nur den Pfosten

Nach gut 20 Minuten übernahmen die Gastgeber vor 61.482 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena mehr und mehr das Kommando, allerdings hatte das Slomka-Team Glück, dass Ciprian Marica den Pfosten traf (19.). Kuranyi, einer von sechs aktuellen Nationalspielern, die Löw beobachtete, profitierte beim 1:0 von der maßgenauen Flanke von Rakitic. Der 19-Jährige, der in Wolfsburg noch enttäuscht hatte, bot eine starke Partie und gefiel vor allem bei Standardsituationen. Auch dem 2:0 ging ein Eckball des Kroaten voraus. VfB-Schlussmann Schäfer, von seinem Teamkollegen Mario Gomez behindert, erwischte den Ball nicht richtig, Kuranyi schaltete am schnellsten und drückte ihn über die Linie.

Den Anschlusstreffer musste sich Schalke-Torhüter Neuer ankreiden lassen. Der 21-Jährige, der schon in Wolfsburg gepatzt hatte, war noch mit der Aufstellung seiner Mauer beschäftigt, als Da Silva den Ball über ihn ins Netz lupfte. Auch nach Westermanns Treffer hatte der VfB weiter Chancen, Rafinha rettete nach einem Kopfball von Fernando Meira allerdings auf der Linie (78.).