2008.02.04 Neuss : Giants stoppen die Patriots im Super Bowl

Die New York Giants haben im Super Bowl XLII der NFL überraschend mit 17:14 gegen die bis dato ungeschlagenen New England Patriots gewonnen und sich damit den Titel gesichert.

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Quarterback Manning (m.) und Coach Coughlin (r.) mit dem Pokal

Als klare Außenseiter starteten die New York Giants in die Play-offs der amerikanischen Football-Profiliga (NFL) und entwickelten sich dann zum großen Favoritenschreck. Dieser Rolle wurde das Team von Headcoach Tom Coughlin auch im Super Bowl XLII in Phoenix gerecht, wo sie den bis dato unbesiegten New England Patriots eine ebenso überraschende wie schmerzvolle 17:14-Niederlage beibrachten.

Als im Schlussviertel nur noch 35 Sekunden auf der Uhr waren, schlug die große Stunde von Giants-Quarterback Eli Manning. Der 26-Jährige warf einen Touchdownpass zu seinem Receiver Plaxico Burress und entschied damit das Endspiel. "Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Wir haben nie an uns gezweifelt und waren davon überzeugt, dass wir auch dieses Spiel gewinnen können", sagte Manning nach dem Triumph. Kollege Burress sprach vom "besten Gefühl im Profisport". Für die Giants war es nach 1987 und 1991 der dritte Super-Bowl-Sieg.

Patriots-Serie reißt ausgerechnet im Super Bowl

Der vor der Saison noch umstrittene Eli Manning verbuchte gegen die Patriots Pässe für 255 Yards und warf den Ball zweimal erfolgreich in die gegnerische Endzone. Für diese Leistung wurde er nach der Partie ebenso wie im Vorjahr sein Bruder Peyton (Indianapolis Colts), der auf der Tribüne mitfieberte, als "wertvollster Spieler" (MVP) des Finales ausgezeichnet. Auch Vater Archie Manning war von 1971 bis 1984 in der NFL als Quarterback aktiv, konnte jedoch nie den Titel gewinnen.

"Ich hätte nie gedacht, dass meine Söhne eines Tages den Super Bowl gewinnen werden. Das war nicht unser Plan. Wir haben sie wie ganz normale Kinder aufgezogen. Ich kann das alles gar nicht fassen und bin einfach unendlich glücklich", sagte der stolze Papa.

Sohn Peyton war derweil kaum zu beruhigen. "Ich war unglaublich aufgeregt und habe auf der Tribüne richtig mitgefiebert. Einige Freunde haben mir sogar Kurzmitteilungen geschickt und gesagt, ich solle mich beruhigen", berichtete er und war voll des Lobes für seinen Bruder: "Eli war auf dem Spielfeld ganz ruhig. Das zeichnet einen großen Spielmacher aus."

Auch unter Druck die Übersicht behalten

Exemplarisch für die Nervenstärke Eli Mannings war die entscheidende Angriffsserie im letzten Viertel. Selbst als drei Patriots-Verteidiger am Trikot des Quarterbacks herumzerrten und ihn zu Boden reißen wollten, blieb der 27-Jährige standhaft und brachte den Ball zu David Tyree, der das Ei artistisch fing.

Zudem stahl Manning seinem Gegenüber klar die Show. Zwar warf Patriots-Quarterback Tom Brady einen Touchdownpass auf Randy Moss, Manning brachte seine Würfe aber zwei Mal in der Endzone unter. Neben dem entscheidenden Wurf auf Burress in der Schlussminute fing auch David Tyree zu Beginn des letzten Viertels ein Zuspiel seines Quarterbacks. Die übrigen drei Zähler der Giants besorgte Kicker Lawrence Tynes mit einem Fieldgoal schon nach knapp zehn Minuten.

Brady: "Wir sind wahnsinnig enttäuscht"

Für die Patriots war die Niederlage doppelt bitter. New England verpasste nicht nur den vierten Super-Bowl-Sieg der Vereinsgeschichte, sondern auch die Chance, eine Saison als erstes Team mit einer Bilanz von 19:0 Siegen abzuschließen. Bisher waren nur die Miami Dolphins ungeschlagen NFL-Champion geworden. 1972 waren dafür aber nur 17 Siege notwendig.

"Wir sind wahnsinnig enttäuscht. Es wird sehr schwierig, diese Niederlage in den kommenden Monaten zu verdauen. Ich muss diess Spiel und die gesamte Saison jetzt erstmal Revue passieren lassen. Wir waren so gut vorbereitet", sagte der im vorherigen Saisonverlauf überragende Patriots-Quarterback Tom Brady,