2008.02.05 Neuss : "Zusammengeschrumpfte" U21 fordert Belgien

Nicht weniger als neun Spieler fehlen der deutschen U21-Auswahl im heutigen Test gegen die Olympia-Auswahl aus Belgien. Trotz Absagenflut ist DFB-Trainer Dieter Eilts guter Dinge.

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Trotz zahlreicher Ausfälle gelassen: Dieter Eilts

Einmal mehr muss Dieter Eilts seine ursprünglichen Planungen über den Haufen werfen und mit Flexibilität an die anstehende Aufgabe mit der deutschen U21-Auswahl herangehen. Nach einer Absagenflut fehlen dem DFB-Trainer beim heutigen Test in Koblenz gegen Olympia-Teilnehmer Belgien (18.00 Uhr/live im DSF) gleich neun Spieler. Die Begegnung dient als erster Test des Jahres für die entscheidende Phase in der EM-Qualifikation.

Am Sonntagabend ereilten den dem 43-Jährigen im Mannschaftshotel Rheinhotel Bellevue in Boppard die vorerst letzten beiden Absagen. In den Bundesligapartien ihrer Vereine hatten sich Schalkes Keeper Manuel Neuer (Knieprellung) und der Bremer Stürmer Aaron Hunt (muskuläre Probleme) verletzt und mussten ihre Teilnahme am Länderspiel absagen.

"Die Erfahrung von Aaron und Manuel hätte geholfen"

"Das ist natürlich schade. Gerade gegen das starke belgische Team, das zu den besten Europas in dieser Altersklasse zählt, hätte uns die Erfahrung von Aaron und Manuel geholfen", meinte Eilts, sieht aber den Vergleich mit dem Nachbarn dennoch als "optimale Vorbereitung" für das anstehende EM-Qualifikationsspiel am 25. März in Wiesbaden gegen Luxemburg.

Besonders auf die Rückkehr von Hunt hatte sich der DFB-Coach gefreut, nachdem der Angreifer von Werder Bremen wegen diverser Blessuren zuletzt vor exakt einem Jahr für das deutsche Nachwuchsteam gespielt hatte. Für Hunt nominierte Eilts noch am Sonntagabend dessen Vereinskollegen Kevin Schindler nach. Torhüter Tobias Sippel vom Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern nimmt den Platz von Neuer ein. Bezeichnend für die obligatorische Rotation in der Auswahl, dass der Stuttgarter Andreas Beck mit gerade einmal zwölf Einsätzen der erfahrenste Akteur im aktuellen U21-Kader ist.

An das Improvisieren hat sich Eilts nach knapp vier Jahren im Amt aber längst gewöhnt. Über 50 Talente wurden in den vergangenen Jahren im U21-Team eingesetzt. Den Spagat zwischen den eigenen sportlichen Zielen wie der Teilnahme an der EM 2009 in Schweden und den Forderungen "von oben" meistert der Europameister von 1996 professionell.

"Es gehört eben auch zu unseren Aufgaben, Spieler für die A-Nationalmannschaft auszubilden. Deshalb kann es bei uns immer zu personellen Verschiebungen kommen. Ich tausche mich häufig mit Joachim Löw aus", beschreibt Eilts die gute Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer, der aus der U21-Auswahl Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen) für das Länderspiel der A-Nationalmannschaft am Mittwoch gegen Österreich in Wien nominiert hatte.

Kapitän Polanski nicht dabei

Dass Eilts beim Auftritt im Koblenzer Stadion Oberwerth bereits das nächste EM-Qualifikationsspiel im Sinn hat, beweist die Nichtberücksichtigung von Kapitän Eugen Polanski. Der Mittelfeldspieler vom Zweitliga-Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach steht am 25. März gegen Luxemburg nicht zur Verfügung, weil er einen Tag zuvor mit seinem Klub im Punktspiel bei Alemannia Aachen antreten muss.

Eilts glaubt allerdings, Polanski ersetzen zu können. "Wir haben im zentralen Mittelfeld eine enorm hohe Anzahl von Spielern, die in ihren Vereinen zum Stammpersonal zählen", betonte der frühere Bundesligaprofi. Für Polanski wird aller Voraussicht nach Marc-Andre Kruska von Borussia Dortmund in den beiden anstehenden Partien die Kapitänsbinde tragen.

Die Weichen für die Teilnahme an der EM 2009 in Schweden hatte die seit sieben Begegnungen ungeschlagene deutsche Mannschaft Ende des vergangenen Jahres gestellt. Mit drei Siegen in vier Spielen (ein Unentschieden) belegt die Eilts-Elf in der Gruppe 9 momentan Platz zwei hinter Nordirland (12 Punkte), das allerdings schon zwei Spiele mehr absolviert hat. Die zehn Gruppensieger sowie die vier besten Zweitplatzierten erreichen die Play-offs mit Hin- und Rückspiel.