2008.02.06 Neuss : Russischem Ruder-Team droht Olympia-Aus

Aufgrund mehrfacher Dopingdelikte bei russischen Ruderern erwägt der Weltverband FISA, Russland für die nächsten vier Jahre, also auch für Olympia, auszuschließen.

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Russlands Ruderern droht Olympia-Ausschluss

Nach zwei weiteren Dopingsperren droht Russlands Ruderern der Ausschluss bei den Olympischen Spielen in Peking. Der Weltverband FISA werde eine komplette Sperre des russischen Ruder-Verbandes, einschließlich der Sportler, bis zu vier Jahren in Betracht ziehen, heißt es in einer Presseerklärung.

"Wir befinden uns in Gesprächen mit dem IOC, ob eine mögliche Sperre auch die Olympischen Wettbewerbe betreffen würde", sagte FISA-Direktor Matt Smith, der hofft, in einer Woche eine Entscheidung verkünden zu können.

Die Funktionäre des russischen Verbandes trafen sich noch am Mittwoch zu einer Krisensitzung. "Wir akzeptieren die Strafen gegen die Athleten und Funktionäre. Aber wir hoffen, dass die FISA keine weiteren Maßnahmen ergreift, denn dann würde für die sauberen Ruderer der Traum von Olympia vielleicht platzen", sagte Generalsekretärin Ludmila Sarajewa.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Weltverband russische Offizielle, Betreuer und Trainer wegen gehäufter Verstöße gegen die Dopingbestimmungen im russischen Team für ein Jahr von FISA-Wettbewerben ausgeschlossen.

DNA-Vergleich überführt Dopingsünder

Am Mittwoch gab der Weltverband jedoch zweijährige Sperren gegen die Achter-Ruderinnen Anastasia Fatina und Anastasia Karabelschikowa wegen "Nutzung unerlaubter Methoden" rückwirkend vom 27. August 2007 bekannt. Sie hatten beim Weltcup-Finale im Juni in Luzern Infusionen erhalten, die zwar keine verbotenen Substanzen enthielten, aber als leistungsfördernde Maßnahmen nicht zugelassen waren. Wegen des gleichen Vergehens wurden bereits zuvor sechs russische Athleten mittels DNA-Abgleich überführt.

Da zudem Olga Samulenkowa aus dem russischen Doppelvierer bei der WM 2006 des Dopings überführt wurde, kommt der russische Verband in 12 Monaten auf neun nachgewiesene Dopingvergehen und muss nach Artikel 12.3.1.1 eine Suspendierung des gesamten Verbandes von FISA-Veranstaltungen befürchten.