2008.02.07 Neuss : Kamerun fordert Titelverteidiger Ägypten

Durch einen 1:0 (0:0)-Sieg ist Kamerun in das Finale des Afrika-Cups in Ghana eingezogen. Gegner dort ist Titelverteidiger Ägypten, der die Elfenbeiküste mit 4:1 (1:0) besiegte.

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Samuel Etoo (l.) und Michael Essien im Duell

Der deutsche Coach Otto Pfister steht mit Kamerun im Finale des Afrika-Cups. Durch einen 1:0 (0:0)-Sieg im Halbfinale gegen Gastgeber Ghana haben die "unbezähmbaren Löwen" zum sechsten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs das Endspiel erreicht und treffen dort am Sonntag (18 Uhr MEZ) auf Titelverteidiger Ägypten, der sich mit 4:1 (1:0) gegen die Elfenbeinküste durchsetzte.

Der eingewechselte Kameruner Alain Nkong erzielte in der 71. Minute im Djan Ohene Stadion in Accra den Siegtreffer für den viermaligen Titelträger. Für Ghana, das im Viertelfinale noch die von Berti Vogts trainierte Auswahl Nigerias ausgeschaltet hatte, endete damit der Traum vom Triumph im eigenen Lande. Im Finale muss Kamerun aber auf Verteidiger Andre Bikey verzichten. Der Verteidiger sah in der Schlussminute die Rote Karte, nachdem er einen Ordner tätlich angegriffen hatte.

Pfister gibt sich bescheiden

"Der Einzug ins Finale ist für mich nicht wichtig, aber er ist wichtig für den Präsidenten und für die Bevölkerung überhaupt", sagte Pfister nach dem Erfolg und ergänzte: "Sicher war das einer der Höhepunkte in meiner Karriere, aber ich habe auch schon viele schöne Momente erlebt." Dass seine Mannschaft nach all den Schwierigkeiten nun im Finale steht, werde sie "mental noch stärker machen".

Für Pfister, der bereits in zehn afrikanischen Ländern tätig war, bietet sich dagegen zum zweiten Mal die Chance, den Afrika-Cup zu gewinnen. Bereits 1992 hatte der Kölner - damals als Trainer Ghanas - im Endspiel gestanden, allerdings mit 10:11 im Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste den Titel knapp verpasst.

Die Zuschauer sahen eine über weite Strecken niveauarme Partie ohne große Höhepunkte. Beide Mannschaften agierten sehr zurückhaltend und waren vor allem darauf bedacht, kein Gegentor zu kassieren.

Nkong mit dem entscheidenden Treffer

So besaßen im ersten Durchgang noch die Kameruner, bei denen der Hamburger Thimothee Atouba und Mohamadou Idrissou vom SC Freiburg in der Startformation standen, die besseren Möglichkeiten. Doch in der achte Minute entschärfte der Leverkusener Verteidiger Hans Sarpei einen Schuss von Achille Emana kurz vor der Torlinie.

Eine halbe Stunde später setzte Geremi einen Freistoß aus 25 Metern ans Lattenkreuz. Bei Ghana hatte zuvor Eric Addo die Chance zur Führung, doch der Akteur des PSV Eindhoven unterlief in aussichtsreicher Position eine Flanke von Sulley Muntari (5.).

Im zweiten Durchgang erhöhte Ghana den Druck, drängte auf den Führungstreffer und wurde kalt erwischt. Nach einem feinen Pass von Samuel Eto'o war Nkong frei durch und ließ Ghana-Keeper Richard Kingson keine Chance.

Zaky lässt Ägypten jubeln

Für Ägypten war in der Neuauflage des Finals von 2006 Amr Zaki der gefeierte Mann. Der Stürmer von Zamalek Kairo schoss mit seinen beiden Toren (62. und 67. Minute) den Titelverteidiger auf die Siegerstraße. Ahmed Fathi von Al Ahly Kairo hatte Ägypten schon in der zwölften Spielminute in Führung gebracht, die feldüberlegene Elfenbeinküste kam durch Abdelkader Keita von Olympique Lyon nur zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer (63.). Mohamed Aboutreika setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt zum 4:1.

Die im Turnierverlauf zum Topfavoriten aufgestiegenen "Elefanten" waren in Kumasi zwar das aktivere und spielerisch bessere Team, doch blieben die Mannen um Superstar Didier Drogba vom FC Chelsea vor dem Tor zu harmlos. Ägypten nutzte seine Chancen hingegen eiskalt aus und kann damit weiter auf eine erfolgreiche Titelverteidigung hoffen.

Mohamed Zidan vom Hamburger SV kam für die siegreichen Ägypter als Einwechselspieler in die Partie, bei der Elfenbeinküste stand Stuttgarts Arthur Boka in der Startformation. Stürmer Boubacar Sanogo von Werder Bremen musste die Niederlage von der Reservebank verfolgen.