2008.02.08 Neuss : Ungewollter Sieg für Michnewitsch in Düsseldorf

Mit seinem Sieg beim Düsseldorfer PSD Bank-Meeting hat Andrej Michnewitsch die Veranstalter in Verlegenheit gebracht. Überzeugen konnten Dayron Robles und Sabrina Mockenhaupt.

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Andrej Michnewitsch

Peinliche Panne in Düsseldorf: Ex-Weltmeister Andrej Michnewitsch (Weißrussland) hat nach einem Fauxpas der Organisatoren beim gutbesetzten Düsseldorfer PSD Bank-Meeting das Kugelstoßen gewonnen. "Wenn ich gewusst hätte, dass er 2001 wegen Dopings zwei Jahre gesperrt worden war, hätte ich ihn nicht eingeladen", entschuldigte sich Meeting-Chef Marc Osenberg vor den 20,77m des Kugelstoß-Weltmeisters von Paris 2003.

Ärgerlich war diese Panne für Osenberg, weil er als Mitglied der German Meetings dafür eintritt, dass keine wegen Dopings bestraften Athleten bei dieser Sportfest-Kategorie starten. Michnewitsch dominierte klar vor dem Amerikaner Dan Taylor (20,09) und dem Leipziger Europacupsieger Peter Sack (20,03).

Yargelis Savigne springt 14,77m

Kubas Stars sorgten derweil vor 1600 Zuschauern mit Jahres-Weltbestleistungen für Glanz. Erst sorgte Weltmeisterin Yargelis Savigne mit 14,77m für den weitesten Dreisprung des Jahres, dann verfehlte über 60m Hürden Olympia-Mitfavorit Dayron Robles in 7,33 Sekunden den Weltrekord so knapp wie nie zuvor. Schneller war nur der Brite Colin Jackson bei seinem Weltrekord von 7,30. Robles: "Am Sonntag versuche ich es in Karlsruhe erneut."

Für die dritte Jahres-Weltbestmarke sorgte zum Abschluss Russlands 800-m-Olympiasieger Juri Borsakowski, der in 1:46,58 Minuten seine Zeit vom Stuttgarter Meeting egalisierte.

Stabhochspringer stürzen ab

Von den etablierten Stabhochspringern machte allenfalls Tim Lobinger (München) als Zweiter mit 5,71m hinter dem höhengleichen Sieger Alexander Straub (Filstal) eine gute Figur. Gleich fünf Asse stürzten förmlich ab. Schon bei der Anfangshöhe von 5,41 m scheiterten der frühere EM-Zweite Lars Börgeling (Leverkusen), Björn Otto (Dormagen), Fabian Schulze (Kornwestheim/Ludwigsburg) sowie 6-m-Springer Jeff Hartwig (USA). Dessen Landsmann Timothy Mack wurde mit 5,41m nur Sechster.

Deutsche Jahresbestzeit in 8:54,68 Minuten lief Sabrina Mockenhaupt (Köln) als Dritte beim 3000-m-Sieg der Kenianerin Sylvia Kibet (8:52,53), wird jedoch nicht bei der Hallen-WM Anfang März in Valencia starten. Gleiches gilt für 10.000-m-Europameister Jan Fitschen (Wattenscheid), in 8:05,83 nur Neunter beim Sieg des Kenianers Jonas Cheruiyot (7:47,81), sowie Ex-Europameister Ingo Schultz (Leverkusen), der in 47,65 nach neuntägiger Erkältung ohnehin klar an der Norm vorbei lief.