2008.02.09 Neuss : Kaiserslautern trennt sich von Trainer Rekdal

Zweitligist 1. FC Kaiserslautern hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Kjetil Rekdal getrennt. Auch die Co-Trainer Wolfgang Funkel und Roger Lutz wurden freigestellt.

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Kjetil Rekdal entlassen

Der 1. FC Kaiserslautern hat vor dem drohenden Sturz in die Drittklassigkeit die "Notbremse" gezogen: Der Zweitligist hat sich nur wenige Stunden nach der 1:2-Heimniederlage gegen 1860 München von seinem norwegischen Trainer Kjetil Rekdal getrennt. "Ich bin weder böse noch überrascht", sagte der 39-Jährige der norwegischen Tageszeitung Dagbladet. "Die Klubführung steht unter einem gewaltigen Druck. Das ist vielleicht der letzte Strohhalm, und den ergreifen sie jetzt."

Auch Co-Trainer Lutz und Funkel freigestellt

Die Verantwortlichen des pfälzischen Traditionsklubs gaben am Samstag keine Stellungnahme zu ihrer Entscheidung ab. Zusammen mit Rekdal wurden auch die Co-Trainer Roger Lutz und Wolfgang Funkel freigestellt. Nachfolger wurde noch nicht genannt, als Interimstrainer fungiert Amateurcoach Alois Schwartz mit seinem Co-Trainer Oliver Schäfer bei dem Bundesliga-Gründungsmitglied.

Trotz der tiefen sportlichen Krise beim FCK wundert sich Rekdal dennoch über den Zeitpunkt seines Rauswurfs. "Gegen 1860 haben wir sehr gut gespielt. Wenn wir ein elendiges Spiel gemacht hätten, wäre das etwas anderes, aber das war nicht der Fall."

Der dreimalige deutsche Meister steht nach 19 Spieltagen mit nur 16 Punkten in der 2. Liga auf einem Abstiegsplatz und hat bereits fünf Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz. Dennoch ist Rekdal "zufrieden mit dem, was ich mit Kaiserslautern erreicht habe, weil ich weiß, wie die Ausgangsbedingungen waren und welche Entwicklungen wir vorangetrieben haben". In der Winterpause hatte sich der FCK mit den Mittelfeldspielern Georges Mandjeck vom deutschen Meister VfB Stuttgart und Benjamin Weigelt (Alemannia Aachen) sowie Stürmer Victorias Iacob (Steaua Bukarest) verstärkt.

Kjetil Rekdal, dessen Vertrag bis 2010 datiert ist, hatte bereits nach dem 1:2 zum Abschluss der Hinrunde beim 1. FC Köln unter Beschuss gestanden. Doch der FCK-Vorstand hatte damals dem Coach das Vertrauen ausgesprochen und damit Klub-Idol Klaus Toppmöller brüskiert. Der einstige Bundesliga-Torjäger, derzeit Nationaltrainer in Georgien, war daraufhin nach nur sechs Wochen als Sportdirektor zurückgetreten. Toppmöller war Rekdals größter Kritiker.

So kehrt nach dem zweiten Abstieg der Vereinsgeschichte 2006 auch in dieser Saison keine Ruhe bei den "Roten Teufeln" ein. Der ehemalige Berliner und Gladbacher Bundesliga-Profi Rekdal war im Mai vergangenen Jahres als Nachfolger von Wolfgang Wolf verpflichtet worden, nachdem der direkte Wiederaufstieg in weite Ferne gerückt war. Nach nur gut acht Monaten ist das dritte Engagement des 39-Jährigen als Trainer nach Valerenga IF Oslo in Norwegen und Lierse SK in Belgien beendet.

Die Entlassung Rekdals bedeutet zugleich den neunten vorzeitigen Trainerwechsel des Unterhauses in der laufenden Saison. Am Freitag war bereits Holger Fach als Coach des Tabellenletzten SC Paderborn durch Pavel Dotschew ersetzt worden. Zuvor waren Djuradj Vasic (SV Wehen Wiesbaden), Frank Neubarth (Carl Zeiss Jena), Rainer Hörgl (FC Augsburg), Wolfgang Frank (Kickers Offenbach), Guido Buchwald (Alemannia Aachen), Gerd Schädlich (Erzgebirge Aue) und Valdas Ivanauskas (Jena) von ihren Aufgaben entbunden worden. Rekdal ist der 329. Trainer seit Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga 1981, der vorzeitig gehen musste.