2008.02.10 Neuss : Meyer: "Situation dramatisch schlechter geworden"

Trainer Hans Meyer kommt mit dem 1. FC Nürnberg auch in der Bundesliga-Rückrunde nicht in die Gänge. "Die Lage wird komplizierter", weiß der Routinier auf der Trainerbank.

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Ernste Lage beim 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg hat in der Bundesliga einen schwachen Rückrundenstart hingelegt und steht nach dem 1:1 (1:1) im Heimspiel gegen Hansa Rostock weiter auf einem Abstiegsplatz. Im Interview schätzt Trainer Hans Meyer die Situation beim DFB-Pokalsieger ein.

Frage: "Hans Meyer, wie beurteilen Sie die Leistung Ihrer Mannschaft?"

Hans Meyer: "Wir haben bis zu unserer Führung ordentlich gespielt. Aber nach diesem Torgeschenk, das wir auf unglaublich naive Art und Weise zugelassen haben, haben wir Hansa in die Karten gespielt. Das tat weh. Aber diese Fehler bei Gegentoren ziehen sich wie ein roter Faden durch unsere Saison."

Frage: "Welche Gründe sehen Sie für den Einbruch nach der Führung?"

Meyer: "Uns fehlt der Glaube, den man in einer solchen Situation braucht. Es fehlen flüssige Kombinationen, wir lassen es auch an Leichtigkeit und Lockerheit fehlen. Das 1:1 hat bloßgelegt, dass wir Nerven zeigen und zu viele Spieler mit dieser Situation nicht so toll umgehen können."

Frage: "Die Situation wird nicht einfacher..."

Meyer: "Wir sind zwar noch nicht abgestiegen, aber unsere Situation ist dramatisch schlechter geworden. Das trifft uns tief am Nerv, wir haben zu Hause schon zu viele Punkte liegen lassen. Die Lage wird komplizierter."

Frage: "Wie wollen Sie aus dem Keller herauskommen?"

Meyer: "Gegen Rostock musste Misimovic wegen einer Verletzung früh raus. Nächste Woche in Bremen fehlt Galasek gesperrt, diesmal war es Andi Wolf. So etwas passiert meist bei Mannschaften, denen das Wasser bis zum Hals steht. Vielleicht kommen wir ja mal ohne Verletzungen oder Sperren aus. Vielleicht gelingt es uns auch einmal, ein richtiges Krampfspiel zu gewinnen, damit der Glaube an uns selbst und die Frische zurückkehren."

Frage: "In der vergangenen Woche war von einem Ultimatum ihrerseits die Rede, falls sich die Situation bis Ende Februar nicht ändern sollte."

Meyer: "Ich habe nur davon gesprochen, dass wir eine komplizierte Situation mit fünf Spielen in drei Wochen vor uns haben. Ich habe gesagt, dass bis Ende Februar eine Situation entstehen kann, in der ich aufhören muss. Ich habe aber nicht gesagt, dass ich aufhören will."