2008.02.10 Neuss : Pfisters "unbezähmbare Löwen" fordern Ägypten

Bei seiner elften Mission auf dem Schwarzen Kontinent steht Otto Pfister vor dem ersten Gewinn des Afrika-Cups. Seine Kameruner treten heute im Finale gegen Ägypten an (18 Uhr).

dsch1
Otto Pfister

Für Weltenbummler Otto Pfister ist es der elfte Anlauf den Afrika-Cup zu gewinnen. Bis ins Endspiel hat der deutsche Trainer seine "unbezähmbaren Löwen" schon geführt, vor dem heutigen Finale seiner Kameruner gegen Titelverteidiger Ägypten (18 Uhr MEZ) ist der 70-Jährige voller Zuversicht. "Meine Mannschaft hat die mentale Stärke, um dieses Turnier jetzt auch zu gewinnen", sagte Pfister.

Von der 2:4-Niederlage zum Turnierauftakt gegen Ägypten lässt sich der gebürtige Kölner nicht beeindrucken. "Wir hatten eine schwierige Vorbereitung. Aber die Mannschaft hat sich gefunden und von Spiel zu Spiel gesteigert", meinte Pfister optimistisch.

Für Kamerun wäre es der fünfte Titel. Pfister selbst war 1992 mit Ghana mit 10:11 im Elfmeterschießen gegen die Elfenbeinküste im Finale gescheitert. Doch seinen persönlichen Erfolg stellt der Globetrotter ohnehin in den Hintergrund: "Für mich wäre ein Sieg nicht so wichtig - es wäre wichtig für den Präsidenten und für die Bevölkerung."

Querelen vergessen

Präsident Paul Biya machte nach dem 1:0 im Halbfinale gegen Gastgeber Ghana in einem spontanen Glückwunschschreiben keinen Hehl daraus, dass das ganze Land auf den Coup hofft. Und Pfister ist trotz des Fehlens von Verteidiger Andre Bikey, der im Halbfinale nach einer Tätlichkeit gegen einen Ornder die Rote Karte sah, guter Dinge. "Unser Pluspunkt ist, dass wir einen starken und gleichmäßig besetzten Kader haben", sagte Pfister, für den die Querelen zu Beginn seines Engagements, als er vom Sportminister gegen den Wunsch des Verbandes zum Nationalcoach ernannt worden war, vergessen sind.

Ob Pfister aber auch versuchen wird, Kamerun zur WM 2012 nach Südafrika zu führen, ließ er offen. "Ich habe noch zwei Angebote. Entweder Nationaltrainer der USA oder von Südkorea. Wobei ich Südkorea fast ausschließe, weil ich nicht gerne mit einem Dolmetscher arbeite", erklärte Pfister, der bei der WM 2006 in Deutschland mit Togo in der Vorrunde ausgeschieden war, im Interview mit dem Kölner Express: "Ich entscheide mich nach dem Finale, ob ich in Kamerun bleibe. Vom Ergebnis ist das unabhängig."

Titelverteidiger Ägypten strotzt spätestens nach dem 4:1 im Halbfinale gegen die Elfenbeinküste vor Selbstbewusstsein. "Wir haben gezeigt, zu was wir fähig sind", sagte Amr Zaki, der gegen die Ivorer mit einem Doppelpack innerhalb von fünf Minuten für die Entscheidung gesorgt hatte: "Wir wollen den Triumph wiederholen."