2008.02.11 Neuss : Fechter Fiedler hat Olympia weiter im Visier

Durch den Sieg beim Weltcup in Lissabon hat Degen-Fechter Jörg Fiedler seine Olympia-Chancen weiter erhöht. Auch Säbel-Fechter Nicolas Limbach ist auf Olympia-Kurs.

bbi1
Jörg Fiedler will noch nach Peking

Die Olympischen Spiele in Peking (8. bis 24. August) bleiben das klare Ziel von Jörg Fiedler. Der Degen-Fechter aus Tauberbischofsheim hat durch seinen zweiten Weltcup-Sieg innerhalb eines Monats seine Chancen auf ein Ticket für die Sommerspiele weiter verbessert. Der 29-Jährige setzte sich im Finale in Lissabon mit 15:7 gegen den Japaner Shogo Nishida durch. Auch einen zweiten Platz von Florett-Spezialistin Katja Wächter gab es für das deutsche Team zu bejubeln.

"Das war in jedem Fall ein wichtiger Schritt in Richtung Olympia", sagte Sportdirektor Claus Janka vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB). Bereits Mitte Januar hatte der stark formverbesserte Fiedler in Kish Island (Iran) einen Weltcup-Sieg errungen und damit in der für die Qualifikation maßgebenden Weltrangliste verlorenen Boden gutgemacht. Platz drei in Lissabon teilten sich Jiri Beran (Tschechien) und Marcel Fischer (Schweiz).

Auch Fiedlers Vereinskollegin Katja Wächter kann im Kampf um ein Olympia-Ticket weiter hoffen. Beim stark besetzten Weltcup in Belgrad sicherte sich die 26-Jährige Rang zwei, nach einer 9:15-Niederlage im Finale gegen die Russin Aida Tschanajewa.

Hoffnung auch bei Wächter

"Eine starke Leistung von Katja", lobte Bundestrainer Ingo Weissenborn. Die beiden anderen Tauberbischofsheimerinnen im Feld, Anja Schache und Carolin Golubytskyi, kamen auf die Plätze zehn und 18. Den dritten Rang teilten sich Nam Hyun Hee (Südkorea) und Aida Mohamed (Ungarn).

Unterdessen hat Säbel-Fechter Nicolas Limbach aus Dormagen beim Grand Prix in Budapest seinen Olympia-Startplatz gefestigt. Der 23 Jahre alte Bronzemedaillen-Gewinner der WM im russischen St. Petersburg erreichte eine Woche nach seinem Sieg in Athen nun in Ungarns Hauptstadt Rang sechs.

Rieg: "Diesmal war Covaliu der Bessere"

"Diesmal war halt der Rumäne Covaliu der Bessere", sagte Bundestrainer Joachim Rieg nach Limbachs 12:15-Niederlage im Viertelfinale gelassen: "Doch Nico hat wieder eine Klasse-Leistung gezeigt und unter Beweis gestellt, dass er inzwischen zu den weltbesten Säbelfechtern zu zählen ist."

Der Sieg ging an Lokalmatador Zsolt Nemcsik (Ungarn), der im Finale Keeth Smart (USA) mit 15:9 bezwang. Rang drei teilten sich die Rumänen Rares Dumitrescu und Mihai Kovaliu. Die Tauberbischofsheimer Björn Hübner und Johannes Klebes belegten die Plätze 25 und 32.

Bei den Mannschaften verpasste das deutsche Team mit Limbach, Hübner, Christian Kraus (Eislingen) und Dennis Bauer (Koblenz) durch eine 29:45-Niederlage gegen Weißrussland im kleinen Finale knapp einen Podestplatz, fühlte sich aber mehrfach von den Kampfrichtern benachteiligt. Der Sieg ging an Südkorea durch ein 45:34 gegen China.