2008.02.12 Neuss : Sasic wird Rekdal-Nachfolger in Kaiserslautern

Zweitbundesligist 1. FC Kaiserslautern ist auf der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Milan Sasic wird die Nachfolge des entlassenen Kjetil Rekdal antreten.

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Neuer FCK-Coach: Milan Sasic

Die "Roten Teufel" haben einen neuen Trainer: Milan Sasic beerbt den vor drei Tage entlassenen Norweger Kjetil Rekdal und wird neuer Coach beim Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer gaben die Verpflichtung des 49 Jahre alten Kroaten am Dienstagmittag bekannt. Sasic, der bis Ende April 2007 den Zweitligisten TuS Koblenz gecoacht hatte, wird ab sofort das Training leiten und erstmals am Sonntag im Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth auf der FCK-Bank sitzen.

"Ich kann versprechen, dass ich alles tun werde, um den Klassenerhalt zu erreichen. Wir werden versuchen, schon als Sieger aus Fürth nach Hause zu kommen", sagte Sasic bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstagnachmittag in den Räumen des Fritz-Walter-Stadions. Der Vertrag von Sasic bei den Pfälzern gilt auch für die 3. Liga, die Laufzeit wollten die Verantwortlichen aber nicht bekanntgeben. Seinen Assistenten will Sasic unter den bereits beim FCK unter Vertrag stehenden Trainern suchen.

Der viermalige deutsche Meister aus Kaiserslautern steht mit nur 16 Punkten auf einem Abstiegsplatz und hat nach dem 19. Spieltag bereits fünf Zähler Rückstand zum rettenden Ufer. Sasic war zuletzt knapp zehn Monate ohne Job gewesen. Zuvor hatte er die Koblenzer binnen vier Jahren aus der Oberliga in die 2. Liga geführt, war dann aber am 23. April 2007 nach einer Negativserie von fünf Niederlagen in sechs Spielen entlassen worden.

Harter Hund gefordert - "Die Stimmung war zu gut"

Lauterns Teammanager Fritz Fuchs hatte bereits unmittelbar nach der Entlassung von Rekdal als Folge der Heimniederlage gegen 1860 München (1:2) am Freitagabend einen "harten Hund" mit Motivations-Qualitäten als Trainer gefordert. Ungeachtet der Sasic-Verpflichtung nahm Fuchs aber mit Blick auf die bedenkliche Tabellensituation die Profis in die Pflicht. "Ich habe ihnen gesagt: Das schöne Leben ist vorbei. Ihr bekommt einen vorgesetzt, der es im Gebälk ordentlich krachen lässt. Die Stimmung war mir zu gut." Der FCK wartet bereits seit vier Spielen auf seinen vierten Saisonsieg.

Bereits am Montag waren erste Verhandlungen mit Sasic geführt worden, die dann aber trotz eines "guten Verlaufs" auf Dienstag vertagt wurden. Der Kroate war neben dem früheren Bundesligaprofi Frantisek Straka, der derzeit den tschechischen Klub Ceske Budejovice trainiert, und Peter Neururer einer von drei Kandidaten für die Rekdal-Nachfolge. "Feuerwehrmann" Neururer hatte abgesagt und sich im Nachhinein via Presse über das "amateurhafte Verhalten" der Klubführung beschwert, weil diese angeblich Terminabsprachen nicht eingehalten habe.

Ausgemusterte Profis sollen helfen

Beim Kampf um den Klassenerhalt setzen die Pfälzer knapp zehn Jahre nach dem Gewinn der letzten deutschen Meisterschaft wohl auch auf bereits aussortierte Profis. Der von Rekdal ausgemusterte Österreicher Stefan Lexa nahm wieder am Mannschaftstraining teil. Auch eine Rückkehr in den Kader von Stürmer Marcel Ziemer scheint möglich. "Es gibt keine Supendierten und keinen Blick in die Vergangenheit. Alle, die ihre Chance nutzen, werden bevorzugt", betonte Sasic, der sich um eine Auflösung seines noch laufenden Vertrags mit den Koblenzern bemüht.

Am Dienstagabend bestreitet Kaiserslautern für die Hinterbliebenen der Brandopfer von Ludwigshafen ein Benefizspiel beim Regionalligisten FSV Ludwigshafen-Oggersheim. Dort stand Sasic - allerdings nur als Beobachter - bereits an der Seitenlinie.