2008.02.12 Neuss : Spätere Sportschau bedeutet für die Liga mehr Geld

Premiere hat erneut gefordert, dass die Bundesliga im Free-TV künftig wesentlich später als 18.00 Uhr ausgestrahlt werden soll. Nur so könne die Liga mehr Geld vom Sender erwarten.

deni1
Premiere mit erneutem Vorstoß gegen Sportschau

Die Verantwortlichen des Bezahlsenders Premiere haben erneut betont, dass höhere Zahlungen an die DFL davon abhängen, wann die Sportschau am Samstag ausgestrahlt wird. "Die Erstverwertung im Free-TV kann nicht schon eine Stunde nach Abpfiff stattfinden. Wenn wir stärker wachsen wollen, mehr Erlöse erzielen wollen und dann mehr an die Liga zahlen sollen, dann kann es die Sportschau um 18.30 Uhr nicht länger geben", sagte Premiere-Vorstandsmitglied Carsten Schmidt dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe).

Schmidt sagte weiter, auch die Liga wisse, "die Refinanzierungsmöglichkeiten für Bundesliga-Fußball wachsen im Pay-TV stärker als im Free-TV". Auch die Sponsoren der Klubs glaubten nicht mehr an die "Heilige Kuh" namens Sportschau.

"Wir halten nichts von Spielen am Samstag zur Prime Time"

Premiere wolle ausdrücklich keine Aufrasterung des Spieltages wie in England, also sieben Anstoßzeiten. "Was wir wollen: ein Freitagsspiel, fünf Partien am Samstag und drei Spiele am Sonntag mit zwei unterschiedlichen Anstoßzeiten, vielleicht um 16 Uhr und um 18 Uhr. Wir halten nichts von Spielen am Samstag zur Prime Time, das würde die Fans und die Familien in Deutschland absolut überfordern."

Dreh- und Angelpunkt der Überlegungen des Premiere-Vorstands ist aber der TV-Fahrplan am Samstag. Ginge es nach Schmidt, sollte der Ball im Free-TV erstmals "ab 22 Uhr" rollen. Das sei ein etablierter, gelernter Platz für Sport im Fernsehen am Samstag. Schmidt gab zu bedenken: "Selbst wenn der Sportschau-Termin fällt, dann wird der deutsche Fan immer noch das größte Free-TV-Angebot in ganz Europa haben, was die eigene Spitzenliga angeht."

Carsten Schmidt sagte, bei Premiere sei ein neuer Realismus eingekehrt. "Wenn die Liga weiterhin an diesem Zeitpunkt, also Sportschau um 18.30 Uhr, aus gesellschaftspolitischen Gründen festhalten will, werden wir uns trotzdem an diesem Bieterverfahren im Rahmen unserer Möglichkeiten beteiligen."