2008.02.16 Neuss : Deutsche Biathleten jagen weitere Medaillen

Bei der Biathlon-WM in Östersund greifen die deutschen Starter an diesem Wochenende wieder nach Edelmetall. Heute und am Sonntag stehen noch vier Wettbewerbe auf dem Programm.

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Kati Wilhelm hofft auf ein Erfolgserlebnis

Der deutsche Staffel-Express greift an, Doppel-Weltmeisterin Andrea Henkel und Olympia-Held Michael Greis verteidigen ihre Massenstart-Titel: Die deutschen Biathleten spielen zum Abschluss der WM-Tage von Östersund ihre größten Trümpfe aus. Im Kampf um den Spitzenplatz in der Medaillenwertung werden die deutschen Skijäger noch von Russland und Norwegen attackiert.

"Unsere Staffel ist ungeschlagen, da kann nur Gold das Ziel sein. Und den Massenstart habe ich in Oberhof gewonnen. Ich erwarte am Wochenende sehr viel von mir", sagt Magdalena Neuner. Die viermalige Weltmeisterin besuchte am Ruhetag mit den Teamkolleginnen den Elchgarten 15 Autominuten außerhalb des WM-Ortes. "Die Riesen-Viecher sind schon beeindruckend. Eine schöne Ablenkung im WM-Stress".

Nach dem WM-Sieg in Antholz 2007 gewann der deutsche Goldexpress alle vier Weltcup-Staffeln trotz wechselnder Besetzung ungefährdet und ist deshalb zum WM-Abschluss (Sonntag, 14.30 Uhr) die absolute Titel-Bank. "Natürlich laufen wir nicht los, um Zweiter oder Dritter zu werden. Das glaubt uns doch sowieso keiner", gibt Kati Wilhelm deshalb als Devise aus.

Wilhelm auf der Suche nach dem Erfolg

Die Stamm-Schlussläuferin ist nach der für sie bislang enttäuschend verlaufenen WM auf der Suche nach einem Erfolgserlebnis und sich mit Martina Glagow einig: "Gold - etwas anderes dürfen wir sowieso nicht sagen", meint die 28-Jährige, deren zweiter 15-km-Platz bereits die siebte Silbermedaille bei einem Großereignis war.

Obwohl sie gleich als doppelte Titelverteidigerin in das WM-Schlusswochenende startet, geht Andrea Henkel besonders gelöst an die Aufgaben. "Ich habe schon zwei Goldmedaillen. Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Zum Glück ist die Staffel der Abschluss. Wenn es dort klappt wird es eine prima Abschlussfeier."

Frank Ullrich gibt sich nach dem 20-km-Debakel seiner Männer mit 17 Strafminuten und Platz 19 (Alexander Wolf) als bester Platzierung kämpferisch: "Wir wollen nach einer verlorenen Schlacht das Blatt noch wenden", sagt der Bundestrainer und verspricht für das Staffelrennen "einen Angriff meiner Männer auf das Siegerpodest". Dort war für die seit dem Goldlauf von Turin sieglosen deutschen Staffelläufer zuletzt allerdings immer nur der dritte Platz reserviert. Deutlich hinter den Norwegern und Russen.

Wolf: "Können auch vorne angreifen

"Wir sind auf Schlagdistanz. Wir können auch nach ganz vorne angreifen", sagt der Jagd-Dritte Alexander Wolf vor dem 4x7,5-km-Rennen, das heute (12.00 Uhr) stattfindet. Allerdings schwächelt in Östersund ausgerechnet Teamstar Michael Greis. Der zunächst von einer Erkältung gestoppte Nesselwanger gehörte zwar wie Andreas Birnbacher (erster Weltmeistertitel überhaupt) zur siegreichen deutschen Mixed-Staffel, zeigte sich aber läuferisch nicht voll auf der Höhe.

Am Wochenende könnte Ole Einar Björndalen (Norwegen), der bereits einen kompletten Medaillensatz einheimste, mit dem Gewinn des elften Titels zum erfolgreichsten WM-Skijäger der Geschichte avancieren. Die mit viel Vorschusslorbeer angetretenen Einheimischen jagen dagegen noch immer ihrer ersten Medaille hinterher. Ob die im vierten Monat schwangere Olympiasiegerin Anna Carin Olofsson noch einmal aus ihrem Heimatort Lillhardal anreist, ist fraglich.