2008.02.16 Neuss : Letzte Chance für Walujew gegen Lijakowitsch

Heute steigen mit Nikolai Walujew und Sergej Lijakowitsch in Nürnberg zwei Ex-Box-Weltmeister in den Ring. Für beide geht es in dem WM-Ausscheidungskampf um alles oder nichts.

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Braucht am Samstag unbedingt einen Sieg: Nikolai Walujew

Der längste Boxer der Welt will es wieder einmal wissen: Der Russe Nikolai Walujew (2,13 Meter) kämpft heute in Nürnberg gegen den Weißrussen Sergej Lijakowitsch und will wieder einmal Weltmeister werden. Tatkräftig dabei unterstützt wird er wie immer von seinem Kult-Promoter Don King. Manager Wilfried Sauerland setzt auf seinen Schwergewichtler, der für ihn der beste der Welt ist, "wenn er seine physischen Vorteile ausspielt." Sogar der längste Bundesliga-Stürmer Jan Koller (1. FC Nürnberg) wird eigens in der Halle sein um vor dem Kampf für schöne Fotos zu sorgen. Für Lijakowitsch ist es ebenfalls die letzte Chance auf das ganz große Geld.

Zwei Ex-Weltmeister stehen sich da in der fränkischen Metropole in dem Ausscheidungskampf um das Herausfordererrecht für den WBA-Weltmeister gegenüber. Der Weißrusse Lijakowitsch besaß einmal den Gürtel der WBO, der St. Petersburger Walujew war Champion der WBA, bis er im April 2007 gegen den Usbeken Ruslan Tschagajew verlor. Der 31 Jahre alte Lijakowitsch hat seit seiner K.o.-Niederlage im November 2006 gegen Shannon Briggs nicht mehr im Ring gestanden.

"Für beide Schwergewichtler geht es am Samstag um alles oder nichts. Wer verliert, wird sich in den Ranglisten wieder hinten anstellen müssen", sagt Sauerland. Für den 150 Kilo schweren Walujew, der sich auch wegen seines Körpergewichts seit Jahren mit Knieberschwerden plagt, wäre dies praktisch das Ende - zumal Sauerland und die ARD in Alexander Powetkin bereits einen weiteren WM-Kandidaten für die "Königsklasse" aufgebaut haben.

Einen Sieg hat Walujew in diesem Jahr bereits errungen. Der gewaltige Boxer soll vor zwei Jahren in St. Petersburg einen Parkwächter krankenhausreif geschlagen haben, der Walujews Ehefrau Galina wegen Falschparken ermahnt hatte. Die Krankenhauskosten und 3600 Euro Strafe muss der wilde "Niki" nach dem Urteil im Januar berappen. Die Staatsanwaltschaft hatte 30.000 Euro Strafe und zweieinhalb Jahre Arbeitslager beantragt.

Dagegen ist das harte Training von Coach Alexander Simin nur ein Zuckerschlecken, dem sich der "russische Riese" mit dem großen Ziel gerne unterzieht: "Ich will meinen Titel zurück". Seine Führhand sei besser geworden, er beweglicher und das Selbstvertrauen groß heißt es - wieder einmal.