2008.02.17 Neuss : Box-Riese Walujew meldet sich mit Punktsieg zurück

Nach einem einstimmigen Punktsieg über den Weißrussen Sergej Lijachowitsch erhält Ex-Schwergewichtsweltmeister Nikolaj Walujew einen WM-Kampf gegen Titelträger Ruslan Tschagajew.

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Nikolaj Walujew siegt über Sergej Lijachowitsch

Nikolaj Walujew ist zurück. Der frühere Schwergewichts-Weltmeister bekommt die Chance zur WM-Revanche gegen Ruslan Tschagajew. Der russische 2,13-m-Koloss gewann den WM-Ausscheidungskampf gegen den Weißrussen Sergej Lijachowitsch in Nürnberg einstimmig nach Punkten (120:108, 120:108, 120:107) und ist damit der offizielle Pflichtherausforderer des usbekischen WBA-Champions Tschagajew, der Walujew im April die erste Niederlage beigebracht und den WM-Gürtel entrissen hatte.

"Ich habe diesmal viel besser geboxt und allen gezeigt, dass ich mich auch im höheren Boxalter noch verändern kann", sagte der 34-Jährige, der in seinem 50. Profi-Kampf den 48. Sieg verbuchen konnte. Die 5000 Zuschauer in der fränkischen Metropole kamen dabei auf ihre Kosten - was zuletzt längst nicht bei allen Walujew-Kämpfen der Fall gewesen war: "Ich werde immer versuchen, so zu boxen, dass die Fans nicht enttäuscht aus der Halle gehen. Ich freue mich nun auf Tschagajew."

Nach seiner Niederlage gegen den Usbeken vor zehn Monaten hatte sich Walujew von seinem Trainer Manuel Gabrielian getrennt und sich unter die Obhut des einstigen sowjetischen Nationalcoachs Alexander Zimin begeben. Eine Zusammenarbeit, die nun erste Früchte trägt. Geschickt spielte der St. Petersburger seine Vorteile in der Reichweite gegenüber Lijachowitsch aus, und auch konditionell wirkte er austrainierter. Sehr zur Freude von Promotor Wilfried Sauerland: "Trainer Zimin hat einen tollen Job gemacht. Mit Niki geht es jetzt weiter. Seine Führhand ist einfach vom Feinsten. Ich freue mich auf weitere Kämpfe."

So dürfte dem Ex-Champion nun ein erneutes Duell mit Tschagajew bevorstehen, in dem er die wohl bitterste Niederlage seiner Karriere vergessen machen will: "Ich möchte mir meinen Titel zurückholen", erklärte der Ring-Koloss, nachdem er seine Generalprobe eindrucksvoll bestanden hatte.

Walujew dominierte den Kampf und brachte Lijachowitsch gegen Ende der zweiten Runde bereits ins Taumeln. Sein Gegner zeigte zwar Nehmerqualitäten, brachte den "russischen Riesen" jedoch nie in Bedrängnis. Der Weißrusse gab hinterher zu: "Walujew war gut vorbereitet. Er hat seine Stärken eingesetzt. Aber das war nicht mein letztes Wort. Ich komme wieder."