2008.02.17 Neuss : Villeneuve droht nach zweiten Crash das Nascar-Aus

Nach dem zweiten schweren Unfall droht Jacques Villeneuve bereits vor Saisonbeginn das Aus in der Nascar-Serie. Dem Team des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters fehlt das Geld.

osch1
Jacques Villeneuve droht das Nascar-Aus

Jacques Villeneuve hat die Autos seines Teams nicht nur buchstäblich, sondern auch finanziell gegen die Wand gefahren. Nach dem zweiten schweren Unfall bei seinem erst dritten Nascar-Auftritt steht der 36 Jahre alte Kanadier in der populärsten Tourenwagenserie der Welt praktisch schon vor dem Aus, bevor die neue Saison überhaupt begonnen hat. Nachdem kurzfristig auch noch ein Hauptsponsor abgesprungen ist, fehlt dem Rennstall um den früheren Formel-1-Weltmeister nun das nötige "Kleingeld", um die 36 Saisonrennen zu bestreiten.

"Wir hatten bereits einen Sponsor und alles schien klar, aber dann wurde der Vertrag doch nicht unterschrieben. Das war frustrierend und alles andere als eine perfekte Vorbereitung auf dieses bedeutende Rennen", meinte Villeneuve, der ebenso wie sein Teamchef Bill Davis kein eigenes Geld in die Hand nehmen will, um die Saison zu finanzieren.

Villeneuve übersteht Crash bei 300km/h unverletzt

Im Qualifikationsrennen für das berühmte "Daytona 500", mit dem am Sonntagabend (21.30 Uhr MEZ/live bei Premiere) traditionell die neue Saison eröffnet wird, und das erst in der Nacht zum Montag endet, hatte Villeneuve den spektakulären Crash bei fast 300km/h unverletzt überstanden, die Hoffnungen auf einen Start bei der 50. Auflage des "größten Rennens Amerikas" aber vorzeitig begraben müssen. Neben einer Massenkollision produzierte der Weltmeister von 1997 nach einem erneuten Fahrfehler nun schon den zweiten Totalschaden in Folge.

"Ich bin davon überzeugt, dass Jacques auch in der Nascar erfolgreich sein kann. Aber wir können es uns nicht leisten, Millionen von Dollar auszugeben, nur um irgendwie weiterzumachen", erklärte Davis, der seinen Schützling weiterhin unterstützen will.

Unabhängig davon hat Villeneuve bereits einen Vertrag bei Peugeot für die 24 Stunden von Le Mans (14./15. Juni) unterschrieben. Das gab der französische Hersteller am Freitag (15. Februar) offiziell bekannt. Am gleichen Wochenende findet aber auch das 400-Meilen-Rennen in Brooklyn statt. Ein weiteres Indiz, dass der frühere US-Cart-Champion zumindest keine komplette Nascar-Saison bestreitet.