2008.02.18 Neuss : Federer und Henin erhalten den "Sport-Oscar"

Die beiden Tennisprofis Roger Federer und Justine Henin haben bei der 9. Laureus-Verleihung in St. Petersburg den "Sport-Oscar" gewonnen. Federer siegte zum vierten Mal in Folge.

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Roger Federer kann sich über den vierten Laureus-Award in Folge freuen

Sport-Oscar für die beiden weltbesten Tennisprofis Roger Federer und Justine Henin: Der Superstar aus der Schweiz wurde am Montag bei der 9. Laureus-Verleihung in St. Petersburg als erster Sportler zum vierten Mal in Serie geehrt. Für seine belgische Berufskollegin war es die erste Trophäe.

Die Auszeichnung für sein Lebenswerk empfing der Ukrainer Sergej Bubka, zehn Jahre nach dem Ende seiner Karriere noch immer Weltrekordler im Stabhochsprung (6,14m Freiluft, 6,15 Halle).

Die Laureus-Verleihung, vor zehn Jahren von Mercedes initiiert, fand im berühmten Mariinsky Theater von St. Petersburg wegen der Teilnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin unter extremen Sicherheitsvorkehrungen statt.

"Sergej Bubka ist genau der richtige Nachfolger für mich. Sportlich hat er unzählige Weltrekorde aufgestellt, jetzt sitzt er im Internationalen Olympischen Komitee", lobte Franz Beckenbauer das Votum der 43-köpfigen Laureus World Sports Academy unter ihrem Vorsitzenden Edwin Moses (USA), zweimaliger Olympiasieger und Ex-Weltrekordler über 400-m-Hürden. Nach einer Vorauswahl von 1200 Journalisten weltweit hatte die Akademie, der neben Beckenbauer unter anderem auch Boris Becker und Katarina Witt angehören, die Sieger ermittelt.

Keine Deutschen auf dem obersten Podest

Deutsche standen ein Jahr nach dem Erfolg von Beckenbauer und dem Traunsteiner Paralympics-Sieger Martin Braxenthaler diesmal nicht auf dem obersten Podest. Anstelle der Fußball-Frauen (Beckenbauer: "Natürlich hätten sie es nach dem zweiten WM-Titel verdient gehabt") und des ebenfalls nominierten Münchners Michael Teuber (Paralympics-Sieger Rad) siegte bei den Mannschaften Südafrikas Rugby-Team als Weltmeister und bei den Behinderten Esther Vergeer (Niederlande/Rollstuhltennis).

In den anderen Hauptklassen dominierten Formel-1-Star Lewis Hamilton in Diensten von McLaren-Mercedes beim Durchbruch des Jahres, Marathon-Weltrekordlerin Paula Radcliffe (ebenfalls Großbritannien) mit dem Comeback des Jahres und der amerikanische Skate- und Snowboarder Shaun White als Extremsportler 2007.

Sonderpreise erhielten Brendan und Sean Buohey (ebenfalls USA) für ihr internationales Sport-Friedenswerk sowie der Kanadier Dick Pound, der acht Jahre Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) war.