2008.02.19 Neuss : Quereinsteiger Schumacher "Aufwertung für die DTM"

Der Wechsel von Ralf Schumacher aus der Formel 1 in die DTM ist auf breite Zustimmung gestoßen. "Es ist schön, dass Ralf das macht", sagte DTM-Chef Hans Werner Aufrecht dem sid.

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Ralf Schumacher in der AMG Mercedes C-Klasse

Mit seinem Wechsel in das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) ist Ralf Schumacher bei den Verantwortlichen offene Türen eingerannt. Schon jetzt hoffen die Macher auf eine deutliche Steigerung des öffentlichen Interesses. "Es ist schön, dass Ralf das macht. Das ist eine gewaltige Aufwertung für die DTM", sagte Boss Hans Werner Aufrecht dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Die Presseresonanz schlägt alles, was wir bisher hatten."

Er sei angenehm überrascht, dass es zum Vertragsabschluss zwischen Mercedes und dem 32-Jährigen gekommen ist. Am Montag hatten die Stuttgarter die Verpflichtung des ehemaligen Formel-1-Fahrers für ein Jahr plus Option bekanntgegeben. Ralf Schumacher hatte nach der erfolglosen vergangenen Saison bei Toyota kein neues Cockpit in der Königsklasse gefunden.

Aufrecht ist sich zwar der Umstellungsschwierigkeiten bewusst, die der Wechsel von der Formel 1 in die DTM mit sich bringen kann, zeigte sich aber zuversichtlich: "Jemand, der so viel Formel 1 gefahren ist und der erfolgreichste Deutsche nach seinem Bruder Michael ist, der muss Auto fahren können."

Aufrecht: "Bin gespannt, was diese Woche kommt."

Es sei aber richtig, dass Mercedes den Druck von seinem neuen Piloten nehme und von einem Lehrjahr im 2007er Modell spreche. Man wolle nicht, "dass er nach kurzer Zeit verbrannt wird, so wie andere vor ihm". Andere Quereinsteiger aus der Formel 1, wie der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen, waren in der DTM gescheitert.

Aufrecht gibt an, bereits jetzt das gestiegene Interesse an seiner Rennserie durch den jüngeren Bruder des Formel-1-Rekordweltmeisters zu spüren: "Schon nach den Testfahrten ist der Ticketverkauf angestiegen. Ich bin gespannt, was diese Woche kommt."

Bei Mercedes-Konkurrent Audi gibt man sich weniger euphorisch. "Wir sagen: Herzlich Willkommen. Ralf Schumacher ist sicher für die gesamte DTM eine Bereicherung", erklärte Pressesprecher Jürgen Pippig auf sid-Anfrage. Allerdings habe auch Audi Stars, brauche sich nicht zu verstecken und verfolge ein anderes Konzept als die Konkurrenz. "Für große Namen allein gibt es noch keine Punkte", sagte Pippig.