2008.02.21 Neuss : Nebengeräusche stören Vorbereitung beim HSV

Das UEFA-Cup-Rückspiel gegen den FC Zürich wird nach dem 3:1-Sieg in der Schweiz zur Nebensache beim HSV. Gesprächsstoff liefern indes die Trainerfrage und Rafael van der Vaart.

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Hamburgs Ivica Olic im Hinspiel gegen Zürich

Der Hamburger SV hat das Rückspiel der ersten K.o.-Runde des UEFA-Cups vor der Brust, aber die weiterhin offene Trainerfrage, den Heilungsverlauf bei Kapitän Rafael van der Vaart und das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Tabellenführer Bayern München im Kopf. Bei den Hanseaten dreht sich nach dem deutlichen 3:1-Sieg in der Schweiz vor dem heutigen Rückspiel gegen den FC Zürich (17.00 Uhr/als Konferenzschaltung im DSF) alles um Nebengeräusche.

Der HSV-Vorstand soll sich nach Informationen der Zeitung Die Welt auf Fred Rutten als Nachfolger von Huub Stevens geeinigt haben. Was wiederum von Sportchef Dietmar Beiersdorfer in der Bild dementiert wurde: "Unsere Trainersuche ist nicht abgeschlossen." Gleichwohl scheint der 45 Jahre alte Coach von Twente Enschede im Wettstreit mit Bruno Labbadia (Greuther Fürth) und Jürgen Klopp (Mainz) gute Chancen zu haben.

Rutten wurde übrigens von Stevens und von Hamburgs ehemaligem Kapitän Nico-Jan Hoogma empfohlen. Er spricht gut Deutsch und steht noch bis 2009 in Enschede unter Vertrag, hat aber eine Klausel, wonach er für eine Ablöse von 500.000 Euro zu einem großen Klub wechseln kann. Sein Berater Kees Ploegsma, der auch Stevens betreut, hat bereits Gespräche mit dem HSV geführt. Mit einer Präsentation des neuen Trainers ist aber im Februar nicht mehr zu rechnen, vertragliche Details müssen geklärt werden und der Aufsichtsrat muss den finanziellen Rahmen abnicken.

Mit dem Spiel bei den Bayern und am Mittwoch im DFB-Viertelfinale beim VfL Wolfsburg stehen für den HSV zwei Aufgaben an, die für den weiteren Saisonverlauf entscheidende Bedeutung haben. Dabei kann Superstar van der Vaart nach seinem Bänderanriss möglicherweise wieder mitspielen. "Ich hatte beim Sprint keinerlei Probleme, wichtig ist, dass der Bluterguss zurückgeht", teilte der 25-Jährige mit.

Olic kündigt Schongang an

Für das Spiel gegen Zürich kommt er wie der angeschlagene Mohamed Zidan auf keinen Fall in Frage, da ist noch Schonung angesagt. Nicht nur bei ihm, sondern beim ganzen Team übrigens. "Das 3:1 müsste eigentlich reichen, wir können taktischer spielen und müssen nicht mit aller Kraft Tore schießen", kündigte Angreifer Ivica Olic an.

Keine guten Voraussetzungen für eine Fußball-Gala und das ahnen auch Fans und Fernsehen: Erst 31.000 Karten waren am Mittwoch für die Partie verkauft. Das DSF wird in seiner Konferenzschaltung überwiegend Livebilder von der Partie zwischen Bayer Leverkusen und Galatasaray Istanbul zeigen, in der Hamburgs möglicher Achtelfinalgegner gesucht wird.

Nur Verteidiger Joris Matthijsen warnt angesichts des vermeintlichen Selbstgängers: "Wenn wir es zu locker nehmen, steht es schneller 0:2 als wir denken können, und dann haben wir plötzlich völlig unnötigen Druck."