2008.02.21 Neuss : Neue Sorgen um "Gazza"

Englands Ex-Nationalspieler Paul Gascoigne ist wegen psychischer Probleme unter medizinische Aufsicht gestellt worden. "Wir bekamen Anrufe von Hotelgästen", teilte die Polizei mit.

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Paul Gascoigne

Paul Gascoigne sorgt auf der Insel wieder einmal für Aufsehen. Der für seine Eskapaden bekannte ehemalige englische Nationalspieler ist mit psychischen Problemen von der Polizei aufgegriffen und unter medizinische Aufsicht gestellt worden. Der 40-Jährige fiel am Mittwochabend in einem Nobelhotel seiner Heimatstadt Gateshead mit seltsamen Benehmen auf, woraufhin andere Gäste die Polizei verständigten.

"Wir bekamen Anrufe besorgter Hotelgäste", sagte ein Polizeisprecher. Jedoch sei niemand verletzt oder etwas zerstört worden.

Karriere mit Aufs und Abs

Zudem hatte der 57-malige englische Nationalspieler an Pfingsten vergangenen Jahres schwere gesundheitliche Probleme. Wegen eines durchlöcherten Magengeschwürs musste er notoperiert worden. Zeitweise bestand sogar Lebensgefahr.

Schon Gascoignes aktive Karriere bei Vereinen wie Tottenham Hotspur, Lazio Rom und den Glasgow Rangers wurde stets von Skandalen begleitet. So sorgte er durch Alkoholexzesse und gewalttätige Auseinandersetzungen mit seiner Frau immer wieder für negative Schlagzeilen.

Der ehemalige englische Nationaltrainer Bobby Robson bezeichnete seinen Schützling einmal als "dumm wie ein Bürste". Daraufhin kam Gascoigne am nächsten Tag mit einer in die Socken gesteckten Bürste zum Training. In einem Premier-League-Spiel zeigte er dem Schiedsrichter mal die Gelbe Karte, als diese ihm aus der Tasche gefallen war, und kassierte postwendend selbst eine.

Aufgrund seines ungewöhnlichen Humors und seiner brillanten Technik genießt der Exzentriker hohes Ansehen bei den britischen Fans. Endgültig zum englischen "Helden" wurde "Gazza", als ihm im Halbfinale der WM-Endrunde 1990 in Italien gegen Deutschland nach einer Gelben Karte die Tränen liefen. Er wäre bei einem Sieg im Finale gesperrt gewesen. Doch England schied mit ihm, wie auch bei der EM sechs Jahre später im eigenen Land, im Elfmeterschießen aus.

Im Jahr 2005 hatte Gascoigne sich erfolglos als Trainer beim unterklassigen Klub Kettering Town versucht, wo ihm fortwährende Alkoholprobleme nachgesagt wurden. Nach nur 39 Tagen musste er vom Traineramt wieder zurücktreten. Nach mehreren Entziehungskuren gegen die Alkoholsucht sagte er damals: "Ich wollte nicht mehr leben. Ich sah nur noch zwei Möglichkeiten: Sofort zu sterben oder mich zu Tode trinken. Ich wollte mich selbst umbringen."