2008.02.24 Neuss : Bierhoff lässt keine Kritik an "Sorgenkindern" zu

Erneut hat Oliver Bierhoff den Wert von Jens Lehmann und Lukas Podolski für die Nationalmannschaft betont. Trotz ihrer Reservistenrolle haben beide einen festen Platz im DFB-Team.

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Teammanager Oliver Bierhoff

Übermäßige Kritik an den Nationalspielern will Oliver Bierhoff erst gar nicht aufkommen lassen. So hat der Teammanager hat Nationaltorwart Jens Lehmann einmal mehr demonstrativ den Rücken gestärkt. Dass der 38-Jährige bei seinem Verein FC Arsenal erneut mit der Rolle als Ersatztorwart vorliebnehmen muss, "tut mir leid für ihn. Aber das ändert nichts an unserer Einschätzung an der Nominierung", sagte Bierhoff auf einer PR-Veranstaltung eines Sponsors des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vor dem Bundesliga-Spitzenspiel zwischen Bayern München und dem Hamburger SV am Sonntagnachmittag.

Erneut betonte Bierhoff, dass es gelte, in den nächsten Monaten bis zum Start der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz den Spielern klarzumachen, "dass es nicht leicht wird. Die WM im eigenen Land war etwas Besonderes, etwas Einmaliges. Wir müssen aufpassen. Das wird kein Spaziergang. Ich bin froh, dass der Druck jetzt langsam wieder aufkommt", erklärte Bierhoff. Bereits vor dem 3:0-Sieg im Länderspiel bei Co-Gastgeber Österreich Anfang Februar hatte der Teammanager medienwirksam versucht, die Spieler aufzurütteln und das Bewusstsein für das EM-Turnier zu schärfen.

Bierhoff verspricht: "Wir sind gewappnet"

Bierhoff glaubt, dass bei der EM eine ganz andere Herausforderung auf das DFB-Team wartet, als bei der Heim-WM 2006. "Die Vorgruppe bei der EM wird schwerer als bei der WM", sagte Bierhoff, der neben dem eigenen Team Italien, Frankreich und Portugal auch Gruppengegner Kroatien als möglichen Geheimfavoriten auf den Titel einschätzt. Allerdings betonte er auch: "Wir sind gewappnet."

Zu Nationalstürmer Mario Gomez, der nach dem Baden-Württemberg-Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC (3:1) am Samstag seinen Gegenspieler Maik Franz als "Arschloch" bezeichnet hatte, sagte Bierhoff: "Die Wortwahl war verkehrt, aber nach einem Spiel ist man auch mal erbost und erregt."

Der Stürmer hätte sich anders ausdrücken sollen, grundsätzlich schätze er Gomez aber dafür, dass er eine Meinung habe und diese auch vertrete, "auch auf die Gefahr hin, damit mal anzuecken. Wir brauchen solche Persönlichkeiten".

Auch Podolski hat weiter Bierhoffs Vertrauen

Gomez' Nationalmannschaftskollegen Lukas Podolski von Bayern München mahnte Bierhoff, weiter geduldig auf seine Chancen beim deutschen Rekordmeister zu warten. "Wenn er weiter ruhig bleibt und Vertrauen hat, dann werden wir noch viel Freude an ihm haben", erklärte Bierhoff und verwies darauf, dass in dem ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann ein Podolski-Förderer im Sommer die Nachfolge von Trainer Ottmar Hitzfeld antreten werde.