2008.02.24 Neuss : Klitschko: "Muss umsetzen, was mein Trainer sagt"

Unter dem Strich stand der größte Erfolg der Karriere, doch die Pfiffe konnte Wladimir Klitschko nicht überhören. "Ich darf nicht auf die Zuschauer achten", betonte der Ukrainer.

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Wladimir Klitschko behielt die Oberhand

Buhrufe und Pfiffe störten zwar die Krönung, für Wladimir Klitschko zählte nach dem Fight gegen Sultan Ibragimow aber nur das Ergebnis. "Der Kampf ist vorbei, und wir haben einen Sieger", sagte der Weltmeister der Verbände IBF und WBO.

Frage: "Wladimir Klitschko, Sie haben ungewöhnlich verhalten geboxt und in den ersten drei Runden nicht einmal die Schlaghand eingesetzt. Warum?"

Wladimir Klitschko: "Ich wollte erst sicher sein, dass meine Rechte trifft und ich nicht in einen Konter laufe. Sultan ist schnell. Es ist sehr unangenehm, gegen ihn zu boxen. Er hat sich klein gemacht."

Frage: "Die Fans haben schon nach drei Runden mit Pfiffen und Buhrufen reagiert. Haben Sie das wahrgenommen?"

Kitschko: "Natürlich habe ich das registriert. Ich bin hergekommen, um den Kampf überzeugend zu gewinnen. Der Titel ist wichtig und auch eine gute Performance. Aber ich darf nicht auf die Zuschauer achten, sondern muss das umsetzen, was mein Trainer sagt. Wenn ich die Balance verliere, sehe ich aus wie ein Clown. Aber der Kampf ist vorbei, und wir haben einen Sieger."

Frage: "Was ist Ihr nächstes Ziel?"

Klitschko: "Ich will bald wieder in den Ring steigen, hoffentlich gegen einen weiteren Weltmeister. Als nächstes steht am 8. März der Kampf zwischen Oleg Maskejew (WBC-Weltmeister/d. Red.) und Samuel Peter an. Den Sieger reiche ich dann aber an meinen Bruder Witali weiter. Die Entscheidung über die nächsten Kämpfe werde ich in den nächsten Wochen treffen. Ich habe bis jetzt nur ans Sportliche gedacht, jetzt kommt das Geschäftliche. Das macht auch Spaß."

Frage: "Wird Ihr nächster Kampf wieder in Deutschland stattfinden?"

Klitschko: "Er wird auf jeden Fall in der europäischen Zeitzone stattfinden."

Frage: "Was werden Sie in den nächsten Tagen machen?"

Klitschko: "Ich werde noch eine Woche in den USA bleiben. Danach geht es dann nach Hause. Ich habe meine Familie seit drei oder vier Monaten nicht mehr gesehen."