2008.02.26 Neuss : Hoffenheim hat jetzt den BVB auf der Rechnung

Vor dem heutigen Viertelfinale im DFB-Pokal gegen 1899 Hoffenheim ist Borussia Dortmund gewarnt. Der Zweitliga-Aufsteiger ist die Mannschaft der Stunde im deutschen Profi-Fußball.

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Hoffenheim will auch in Dortmund jubeln

Borussia Dortmund ist gewarnt: Zweitligist 1899 Hoffenheim, mit fünf Siegen in fünf Pflichtspielen seit der Winterpause die Mannschaft der Stunde im deutschen Profi-Fußball, will auch im DFB-Pokal Geschichte schreiben.

Die Fans träumen sogar schon vor dem Viertelfinal-Gastspiel bei Borussia Dortmund vom Einzug ins Finale am 19. April in Berlin. Zumindest auf dem Papier geht ebenfalls heute (beide 19.00 Uhr) der deutsche Meister VfB Stuttgart als Favorit in das Spiel gegen den Zweitliga-17. FC Carl Zeiss Jena.

"Wir wollen natürlich auch weiterhin jedes Spiel gewinnen", sagte Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick, "aber wir sind nicht in der Pflicht und können somit befreit aufspielen." Die Hoffenheimer, Aufsteiger der 2. Liga mit guten Chancen auf den Durchmarsch in die Erstklassigkeit, stapeln weiter tief. Das Thema Aufstieg ist zumindest derzeit beim Klub des Software-Milliardärs Dietmar Hopp ebenso tabu wie Spekulationen um das Pokal-Endspiel.

60 Busse auf dem Weg nach Westfalen

Rund 3500 Anhänger werden die Shootingstars aus dem 3000-Seelen-Ort - 20km von Heidelberg entfernt - in etwa 60 Bussen in Richtung Westfalen begleiten. Bereits der Einzug ins Viertelfinale wurde als größter Erfolg der Vereinsgeschichte gefeiert. Doch erstmals im laufenden Wettbewerb müssen die Hoffenheimer auswärts antreten.

"Ich habe Hoffenheim mehrfach gesehen und mir ein Bild gemacht. Doch wir sind Favorit und können mit der Rolle gut umgehen. Niemand wird den Gegner unterschätzen", erklärte BVB-Coach Thomas Doll voller Respekt und appellierte an seine Profis: "Das Halbfinale winkt, und wir werden alles Erdenkliche tun, um es zu erreichen. Es ist eine Riesenchance für die Mannschaft und den gesamten Verein."

Neben einer weiteren Einnahme von rund 1,3 Millionen Euro winkt dem BVB nach einer verkorksten Saison der erste Einzug ins Halbfinale (18./19. März) seit dem letzten Cupsieg 1989 und sogar in den UEFA-Cup, sollten die Schwarz-Gelben das Endspiel erreichen. Zwei Siege trennen sie vom internationalen-Geschäft, vorausgesetzt der Finalgegner wäre ein Champions-League-Teilnehmer.

VfB will wieder ins Finale nach Berlin

Auf dem kurzen Pokalweg will auch der Stuttgart seine enttäuschende Saison retten. "Wir wollen wieder ins Finale und diesmal den Cup gewinnen. Es ist zudem die beste Möglichkeit, sich für den UEFA-Cup zu qualifizieren", sagte Torjäger Mario Gomez, der im vergangenen Jahr in Berlin mit dem VfB das Double gegen den 1. FC Nürnberg (2:3 nach Verlängerung) verspielte. Bisher bescherte das Los den Schwaben ausschließlich unterklassige Gegner.

Die Bundesligisten Nürnberg und anschließend Arminia Bielefeld hat dagegen Gegner Jena im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld bereits aus dem Wettbewerb gekegelt. Diesmal muss der viermalige Cupsieger der einstigen DDR reisen.

Dennoch werden die Thüringer in Stuttgart mit breiter Brust auflaufen, denn auswärts fühlt sich der abstiegsbedrohte Zweitligist derzeit sehr wohl, verlor zuletzt am 5. November vergangenen Jahres auf des Gegners Platz (1:2 bei Borussia Mönchengladbach). Am vergangenen Freitag entführte Jena sogar einen Punkt vom Aufstiegskandidaten FSV Mainz 05 (2:2).

"Es ist für uns das Spiel des Jahres und eine große Ehre beim deutschen Meister spielen zu dürfen", meinte Präsident Rainer Zipfel, der die Mannschaft wie schon in den Runden zuvor mit einer sechsstelligen Prämie motiviert. Rund 3000 Fans werden den ehemaligen Finalisten im Europapokal der Pokalsieger (1981) ins Ländle begleiten und wie die des Ligakonkurrenten Hoffenheim vom großen Coup träumen.