2008.02.27 Neuss : "Wölfe" weiter auf dem Weg nach Berlin

Der VfL Wolfsburg steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Die "Wölfe" setzten sich mit 2:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung gegen den Hamburger SV durch. Marcelinho erzielte das Siegtor.

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Hamburgs Vincent Kompany (r.) im Kopfballduell

Marcelinho hat den VfL Wolfsburg ins Halbfinale des DFB-Pokals geschossen. Der Brasilianer machte mit seinem Treffer in der 109. Minute den schmeichelhaften 2:1 (1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung der Niedersachsen gegen den Hamburger SV perfekt, womit der VfL zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte die Runde der letzten Vier im Cup-Wettbewerb erreichte. Dagegen müssen die Hamburger ihre Titelhoffnungen nun auf die Meisterschaft und den UEFA-Pokal verlegen.

Der Brasilianer Grafite hatte in der 17. Minute per Foulelfmeter die erstmalige Wolfsburger Führung besorgt, doch Rafael van der Vaart brachte den HSV durch ein Traumtor in der 70. Minute zurück ins Spiel.

Vor 29.086 Zuschauern in der Wolfsburger Arena war der HSV über weite Strecken zwar die spielbestimmende Mannschaft, machte aber lange Zeit zu wenig aus seinen Chancen. Die Offensivbemühungen der Hanseaten wirkten bis zum Strafraum sehr gefällig, ließen aber zumindest im ersten Durchgang die nötige Durchschlagskraft vermissen.

Auch Spielmacher Rafael van der Vaart, der erstmals nach überstandender Sprunggelenksverletzung wieder von Beginn an spielte, konnte zunächst nur bei einigen Standardsituationen auf sich aufmerksam machen.

Die "Wölfe" spielten indes abwartend und kamen kaum einmal gefährlich vor das gegnerische Tor. Dafür nutzte Grafite die erste sich bietende Chance, als er im Zweikampf mit HSV-Verteidiger Joris Mathijsen im Strafraum zu Fall kam und die zumindest fragwürdige Elfmeter-Entscheidung von Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer eiskalt zum Führungstor nutzte. Für den Wolfsburger Angreifer war es bereits der vierte wichtige Treffer im fünften Pflichtspiel hintereinander.

Dagegen gingen die Hanseaten lange Zeit fahrlässig mit ihren guten Möglichkeiten um. Ein erster Schuss von David Jarolim (14.) war zunächst kein Problem für VfL-Keeper Diego Benaglio, auch bei einem Freistoß von van der Vaart (20.) war der Schweizer Nationaltorhüter auf dem Posten. Glück hatten die Gastgeber in der 21. Minute, als Paolo Guerrero zwei Abwehrspieler und Benaglio geschickt umkurvte, den Ball jedoch aus 13 Metern über das leere Tor schoss.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste mehr vom Spiel, blieben aber zunächst ihrer Abschlussschwäche treu. In der 47. Minute hatte Ivica Olic die Ausgleichchance, als er am Fünf-Meter-Raum etwas überraschend an den Ball kam, diesen jedoch über das Tor hob. Drei Minuten später knallte ein weiterer Freistoß von van der Vaart an den Pfosten, ehe auch der Nachschuss von Jarolim über den Kasten ging. Erst in der 70. Minute wurden die Hamburger Offensivbemühungen endlich belohnt, als van der Vaart einen Schuss aus 22 Metern exakt in den Torwinkel platzierte.

In der Verlängerung wollte beide Teams die Entscheidung. Die beste Möglichkeit hatte dabei Piotr Trochowski mit einem Lattenschuss (96.). Im Gegenzug setzte Edin Dzeko den Ball an den Außenpfosten (97.). Drei Minuten vor Schluss hatte Guy Demel noch die große Chance zum Ausgleich.