2008.03.02 Neuss : Müller startet vielversprechend in Tourenwagen-WM

Zum Auftakt der Tourenwagen-WM im brasilianischen Curitiba hat BMW-Pilot Jörg Müller zwei vierte Plätze erreicht. Es dominierte das spanische Seat-Team mit zwei Siegen.

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Jörg Müller fuhr in Curitiba auf Rang vier

Jörg Müller ist vielversprechend in die Saison der Tourenwagen-WM gestartet. Der BMW-Werkspilot fand jedoch in den starken Turbodiesel von Seat seinen Meister. Während Vize-Weltmeister Yvan Muller aus Frankreich und der frühere italienische Formel-1-Pilot Gabriele Tarquini an seinem 46. Geburtstag den Spaniern die beiden Laufsiege bescherten, mussten Müller und Weltmeister Andy Priaulx (Großbritannien) für die Münchner Schadensbegrenzung betreiben. Der 38-jährige Müller aus Hückelhoven holte immerhin zwei vierte, Priaulx einen fünften und einen zweiten Platz. Vor einem Jahr hatte BMW in Curitiba noch zwei Dreifacherfolge gefeiert.

"Mein Ziel war es, in beiden Läufen zu punkten. Mit Platz vier bin ich mehr als zufrieden", sagte der Rheinländer, der seine zehnte Saison für BMW bestreitet. Müller liegt nach dem ersten Rennwochenende mit 10 Punkten auch auf dem vierten Platz der Gesamtwertung, die Muller (14) und Tarquini (13) anführen. Mit ihren Laufsiegen bescherten diese beiden Seat den zweiten Doppelschlag in der WM.

Dabei hatte der Automobil-Weltverband FIA noch versucht, die starken spanischen Selbstzünder, um die es schon in der Schlussphase der vorigen Saison viele Diskussionen gegeben hatte, einzubremsen. Nach dem Warm-up hatte die FIA verfügt, dass Lade- und Einspritzdruck der Seat in den Rennen zu keinem Zeitpunkt höher sein dürften als im Durchschnitt des Qualifyings. Damit reagiert FIA auf den Vorwurf der Konkurrenz, Seat hätte im Zeittraining nicht alle Karten aufgedeckt.

Müller hatte für diese Maßnahme kein Verständnis. "Wenn wir mit unseren fünf Autos auf die ersten fünf Startplätze hätten fahren können, dann würden wir das auch tun. Wir haben nichts zu verschenken und brauchen jeden einzelnen Punkt, um die WM zu gewinnen", sagte der Franzose, der im ersten Lauf vor Teamkollege Rickard Rydell (Schweden) sowie Müllers brasilianischem Teamkollegen Augusto Farfus seinen vierten WM-Erfolg geholt hatte und danach im zweiten Lauf Fünfter geworden war.

Dort nutzte der im ersten Rennen sechstplatzierte Tarquini seinen guten dritten Startplatz und fuhr seinen fünften Sieg nach Hause. "Das war ein toller Tag, ich habe mir das schönste Geschenk zum Geburtstag gemacht", meinte der Italiener, der Priaulx und den Spanier Felix Porteiro in einem weiteren BMW hinter sich hielt.

Franz Engstler (Wiggensbach) belegte in einem BMW die Plätze 11 und 17, die ihm in der Privatfahrerwertung die Ränge drei und vier bescherten. In der Gesamtwertung dieser Kategorie ist er damit Dritter.