2008.03.04 Neuss : Kinhöfer hält "gar nichts" vom Videobeweis

Die Bundesliga-Schiedsrichter sind in der Diskussion um den Videobeweis geteilter Meinung. Während Markus Merk Vorteile sieht, befürchtet Thorsten Kinhöfer "mehr Diskussionen".

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Die Schiedsrichter sind sich nicht einig

Anders als Markus Merk steht Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer der Einführung des Videobeweises im deutschen Profi-Fußball kritisch gegenüber. "Ich halte ehrlich gesagt gar nichts von. Dann haben wir nur noch mehr Diskussionen als ohnehin schon", sagte der Unparteiische aus Herne im Interview mit ard.de und ging damit auf Konfrontationskurs zum dreimaligen Welt-Referee Merk (Otterbach), der die Diskussion um das technische Hilfsmittel neu entfacht hatte.

Kinhöfer sieht den Videobeweis im Gegensatz zu Merk nicht als Hilfe an. "Dann überprüfen wir bald jeden Einwurf und jede Ecke. Das bringt nichts", sagte der 39-Jährige.

"Es kann nicht sein, dass wir so vorgeführt werden"

Kinhöfer hält vielmehr solche Situationen wie am vergangenen Samstag im Ligaspiel zwischen Werder Bremen und Borussia Dortmund für falsch, als Merk das 1:0 durch Markus Rosenberg trotz Abseits anerkannt hatte und die Szene kurz darauf auf der Großleinwand im Stadion zu sehen war. "Es kann nicht sein, dass wir Schiedsrichter so vorgeführt werden", erklärte Kinhöfer und forderte die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, "da sofort einzuschreiten".

Die DFL sieht laut Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb, keinen Grund zum Einschreiten. "Die Klubs wissen ja, dass sie vorsichtig mit strittigen Szenen umgehen sollen. In der Regel tun sie das auch mit hoher Sensibilität", sagte Hieronymus auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid): "Wir wollen doch den Vereinen auch nicht untersagen, die Tore zu zeigen. Und wir wollen nicht den Oberschiedsrichter spielen."

Unterdessen hält Kinhöfer den Chip im Ball im Gegensatz zum Videobeweis als Hilfe bei Torentscheidungen für sinnvoll: "Das wäre für uns eine große Hilfe."