2008.03.07 Neuss : Heidfeld will 2008 "permanent vorne sein"

In Deutschland ist er zwar die Nummer eins, doch ein Formel-1-Rennen hat Nick Heidfeld noch nie gewonnen. Das soll sich 2008 ändern: "Wir tun alles dafür", sagt der BMW-Pilot.

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Nick Heidfeld trainiert für seinen ersten Sieg

Für Nick Heidfeld und BMW-Sauber steht in der kommenden Saison viel auf dem Spiel. In diesem Jahr soll der Knoten platzen, damit "Quick Nick" seinem Spitznamen alle Ehre machen kann. Denn obwohl er als deutsche Nummer eins in der Formel 1 längst die Nachfolge von Michael Schumacher angetreten hat, wartet der Mönchengladbacher noch immer auf den ersten Sieg.

"Realistisch haben wir uns im Team zum Ziel gesetzt, ein Rennen zu gewinnen, näher an die zwei Top-Teams heranzurücken und möglichst die Lücke zu schließen", sagt Heidfeld vor dem Saisonauftakt 2008 am 16. März in Melbourne im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid). Im schönsten Auto, das er je gesehen hat, will der 30-Jährige den Durchbruch schaffen und würde gerne "permanent vorne sein".

Der Traum vom ersten Sieg

Selten zuvor habe er einer Saison mit einer so großen Vorfreude entgegengesehen, gesteht Heidfeld. Das kommt vor allem daher, dass er ganz fest daran glaubt, dass sich BMW-Sauber weiter verbessern kann. Und weil er natürlich hofft, dass das Team dem großen Ziel, ein Rennen zu gewinnen, in diesem Jahr ein deutliches Stück näher kommt.

2007 hatten die Münchner mehrfach gezeigt, dass das Potenzial vorhanden ist, um mit den Top-Teams mitzuhalten. Das belegte auch Heidfelds fünfter Rang in der WM-Wertung, damit war er hinter den jeweils zwei Ferrari- und McLaren-Mercedes-Piloten "Best of the Rest". Um den Abstand zu diesen beiden Teams zu verringern, müsse man in allen Bereichen so perfekt wie möglich sein. Nur dann habe man, so Heidfeld, die Chance Weltmeister zu werden.

"Einen guten Schritt nach vorn gemacht"

Die Tests in der Winterpause haben laut Heidfeld gezeigt, dass die Zuverlässigkeit des neuen Autos von Anfang an sehr gut gewesen sei. Als sehr wichtig bezeichnete er außerdem gewesen, dass seit dem Roll-out bei jedem Test große Entwicklungssprünge wurden, und das in absolut allen Bereichen: aerodynamisch, mechanisch und auf der elektronischen Seite. Heidfeld: "Dadurch ist das Auto deutlich besser fahrbar geworden und hat auch von den Rundenzeiten einen guten Schritt nach vorn gemacht."

Dass BMW-Sauber schon in dieser Saison um den WM-Titel kämpfen kann, hält Heidfeld für unrealistisch. Das sei eigentlich als Ziel für 2009 definiert. "Aber in der Formel 1 lassen sich solche Dinge schwierig planen", sagt der Mönchengladbacher, der so schnell wie möglich um den WM-Titel fahren möchte: "Es hätte niemand etwas dagegen, und wir tun alles dafür."

Größeres Interesse der Öffentlichkeit

Dass er als deutsche Nummer eins in die großen Fußstapfen von Michael Schumacher getreten ist, habe nur einen kleinen Einfluss auf sein Leben und seine Arbeit gehabt, sagt Heidfeld. Das Interesse der Öffentlichkeit sei etwas größer gewesen. Das sei allerdings schon der einzige nennenswerte Unterschied gewesen.

Wirklich verändert habe sich für ihn dagegen, dass das Team und das Auto viel besser waren. Dadurch habe er viel mehr Spaß daran gehabt, mal etwas weiter vorne rumzufahren, um ein Podium zu kämpfen und permanent in die WM-Punkte zu fahren. Heidfeld: "Das hatte den größeren Einfluss als die Tatsache, dass Michael nicht mehr gefahren ist."